Antidepressiva absetzen – mit Nährstoffen gegen Absetzsymptome 

Und da stehe ich plötzlich im Supermarkt. Mein Kopf tut weh. Mir ist so schwindelig, dass ich mich an den Regalen festhalten muss. Die Lebensmittel verschwimmen vor meinen Augen.

„Ist alles in Ordnung mit Ihnen?“, höre ich eine scheinbar entfernte Stimme. „Ja, ja“, nuschle ich. In dem gleichen Moment ist mir, als wenn mein Gehirn zusammenzuckt. Es ist, als werde es durchgeschüttelt. Ich erschrecke mich. Was ist nur mit mir los? Dann sacke ich zusammen. Der Schwindel ist zu groß.

Die Leute im Supermarkt starren mich an wie einen drogenabhängigen Junkie. Endlich hilft mir doch jemand hoch und ich schaffe es, einen Freund anzurufen, der mich abholen soll.

Im Auto denke ich die ganze Zeit nach, was ich nun jetzt schon wieder für eine seltsame Krankheit habe. Einen Gehirntumor? Oder war das etwa ein Herzinfarkt? Was hat dieses seltsame Zucken in meinem Gehirn zu bedeuten?

Mein Kumpel fragt mich, ob ich genug gegessen habe. Ob ich heute etwas anders gemacht habe als sonst. „Nichts“, entgegne ich. „Ich habe nur heute meine Antidepressiva abgesetzt“.

 

Der Hintergrund zu der Geschichte

Wie Du an der kurzen Geschichte schon bemerkt hast, lasse ich heute mal wieder mit einem persönlicheren Eintrag von mit hören. Ein Eintrag, der mir sehr am Herzen liegt, weil mir das Thema damals viel Leid verursacht hat: das Absetzen von Antidepressiva.

Vielleicht hast auch Du schon unter den gefürchteten so genannten Absetzsymptomen gelitten oder vielleicht hast Du das noch vor Dir.

Falls Du gerade mit dem Gedanken spielst, Deine Antidepressiva abzusetzen, dann ist dieser Artikel genau das Richtige für Dich. Denn ich berichte Dir hier, was noch auf Dich zukommen könnte und wie Du die Phase am einfachsten durchstehst.

Vor allem möchte ich, dass Du nicht genauso unvorbereitet in diese Situation gerätst wie ich.

Falls Du ein Neueinsteiger in meinen Blog bist, möchte ich mich noch einmal kurz vorstellen: Ich bin ein junger Mann (falls man das mit Anfang 30 noch behaupten kann), der sich über 9 Jahre lang mit Depressionen herumquälen musste.

Meine Behandlung habe ich zunächst ebenfalls jahrelang den Ärzten und Therapeuten überlassen. Schließlich waren sie die Experten und nicht ich.

Ich möchte gar nicht schlecht über meine Ärzte sprechen, denn im Prinzip haben sie ja nur das gemacht, was sie für richtig hielten: mich mit Antidepressiva vollgepumpt.

Und so habe ich schon eine ganze Palette von Psychopharmaka durch. Von einem Antidepressivum zum nächsten. Und jedes Mal in den Zwischenphasen extreme Absetzsymptome.

Was mir aber nun wirklich geholfen hat, war etwas ganz anderes.

Nach mehreren Jahren wollte ich mein Wohlbefinden nicht mehr in den Händen der Ärzte belassen. Ich habe mich informiert, etliche Bücher und Erfahrungsberichte gelesen.

Dadurch habe ich gelernt, dass eine gezielte Ernährung, auf Depressionen abgestimmte Nahrungsergänzungsmittel sowie viel Sport ebenfalls bei psychischen Störungen helfen können.

Und auf diese Weise geht es mir heute so gut wie vor meiner Depression. Deswegen möchte ich anderen Betroffenen helfen und mein Wissen teilen.

So, nun habe ich aber genug von mir erzählt. Kommen wir mal zurück zur eigentlichen Thematik.

 

Wenn die Antidepressiva irgendwie nicht ausreichend helfen wollen

Meine Psychiaterin hatte damals beschlossen, mir einen Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) zu verschreiben.

Nur die Psychotherapie sei nicht genug. Da ich mich immer noch furchtbar fühlte und dachte, medikamentös könne man mir nun endlich helfen, sagte ich zu und freute mich sogar.

Die Ärztin klärte mich auf, dass SSRI heute die gängigsten Mittel bei Depressionen seien. Außerdem seien sie sehr effektiv. Nebenwirkungen seien ebenfalls nicht mehr so tragisch wie bei herkömmlichen Psychopharmaka.

Ein Nachteil meiner SSRI war jedoch, dass sie erst in etwa drei bis vier Wochen wirken sollten. Bei einem Kontrolltermin einen Monat später erwähnte ich, dass ich noch keine Wirkung spüre. Die Ärztin meinte, ich solle Geduld haben.

Ich hatte Geduld. Nachdem nun aber einige Monate vergangen waren und ich immer noch meiner Depression erlegen war, beschloss ich das Medikament abzusetzen.

 

Wenn Absetzversuche einem den Mut rauben

Doch wie ich dann feststellen musste, ist das Absetzen gar nicht so einfach, wie ich mir das vorgestellt hatte. Denn ich fand mich in der oben beschriebenen Situation im Supermarkt wieder.

Auch in den nächsten Tagen hatte ich körperliche Symptome wie Kopfschmerzen und Schwindel. Zudem litt ich unter extremer Müdigkeit. Meine Laune war auch dahin.

Schließlich sprach ich mit meiner Psychiaterin und erzählte von meinen Problemen. Sie war gar nicht davon begeistert, dass ich ohne ihr Wissen die Antidepressiva wieder abgesetzt hatte. Eigentlich hatte ich mir dabei gar nichts gedacht.

Daher auch für Dich der Warnhinweis: Bitte setz Deine Antidepressiva nicht ohne ärztliche Betreuung ab. Mach nicht den gleichen Fehler wie ich!

Die Ärztin wies mich darauf hin, dass ich die Psychopharmaka nicht einfach absetzen könne, sondern diese langsam ausschleichen müsse, da sonst mit körperlichen und seelischen Beschwerden zu rechnen sei.

Ich erinnere mich noch genau, dass ich sie fragte: “ Ich leide unter Entzugserscheinungen?“ Sie antwortete: „Nein, Absetzsymptome nennt man das.“ „Aber das ist doch offensichtlich das Gleiche“, entgegnete ich. Schließlich gab sie zu: „Bei Drogen nennt man es eben Entzugserscheinungen und bei Medikamenten Absetzsymptome.“

Ich war geschockt. Ich war also tatsächlich abhängig von einem Medikament, das ich nicht mehr nehmen wollte, weil es mir nicht so gut tat, wie man mir versprochen hatte. Abhängig wie von einer harten Droge.

Hatte man mir nicht noch gesagt, dass die heutigen Psychopharmaka im Vergleich zu früher deutlich ärmer an Nebenwirkungen seien? Ist eine solche Abhängigkeit denn keine gravierende Nebenwirkung?

Mittlerweile weiß ich, dass die Pharmaunternehmen lange Zeit abgestritten haben, dass SSRI ein gewisses Suchtpotential haben.

Auch Ärzte unterlagen bis vor wenigen Jahren dem Irrtum, dass das Absetzen der SSRI keine Entzugserscheinungen hervorruft.

Stattdessen dachten sie, die Patienten erlitten einen Rückfall und verschrieben das Medikament erneut – nicht selten sogar in einer höheren Dosis.

Erst nachdem die britische und die US-amerikanische Arzneimittelbehörde das Suchtpotential der SSRI Paroxetin und Fluoxetin erkannten, machte sich das Bewusstsein für die Absetzsymptome breit.

Die Arzneimittelbehörden forderten daraufhin ein, die Medikamente mit einem Warnhinweis zu versehen, um auf das Suchtpotential hinzuweisen.

 

Mit welchen Absetzsymptomen ist zu rechnen?

Heutzutage, nach meinen Recherchen, ist mir bewusst, dass ich mit meinen so genannten Absetzsymptomen nun wirklich nicht der Einzige war. Einer aktuellen Studie zufolge leiden nahezu zwei Drittel aller Leute, die Antidepressiva absetzen möchten, unter Beschwerden.

Ich empfand meine Symptome damals sehr beunruhigend. Sie haben mich in meinem Alltag extrem beeinträchtigt. Selbst nachdem meine Ärztin das langsame Ausschleichen anordnete und ich die Dosis Stück für Stück reduzierte, hatte ich mit Entzugserscheinungen (oder Absetzsymptomen, wenn man es so nennen möchte) zu kämpfen.

Wenn ich mir jedoch die Liste mit den ganzen anderen möglichen Beschwerden anschaue, dann hatte ich zugegebenermaßen noch Glück.

Zu den Entzugserscheinungen gehören:

  • grippeähnliche Symptome
  • Magen-Darm-Probleme
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Verwirrtheit
  • Beklemmungsgefühle
  • Depressionen
  • Schlafstörungen
  • „Brain Zaps“ oder „Head Zaps“ (diese Phänomene werden wie eine Erschütterung oder ein Elektroschock im Gehirn wahrgenommen)
  • Körpermissempfindungen

 

Welche Gründe sprechen für das Absetzen der chemischen Antidepressiva?

Wenn Du noch keine negativen Erfahrungen mit Antidepressiva gemacht haben solltest, fragst Du Dich vielleicht, warum man diese überhaupt absetzen sollte, wenn sie solche heftigen Absetzsymptome hervorrufen.

Mit der Entwicklung moderner Antidepressiva setzte eine regelrechte Verschreibungswelle ein. Die unter dem Namen Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) bekannten Psychopharmaka sollten nebenwirkungsärmer sein als ihre Vorgänger.

Experten gehen davon aus, dass für einen nicht unerheblichen Teil der Medikamente leichtfertig Rezepte ausgestellt werden. Das betrifft nicht nur die SSRI, auch konventionelle Antidepressiva werden weiterhin großzügig verordnet.

In der Tat sind keine der Antidepressiva nebenwirkungsfrei. Von Gewichtszunahme und Potenzstörungen über Durchfall, Übelkeit, Verstopfung oder Kopfschmerzen bis hin zu Schlafstörungen und Selbstmordgedanken ist die gesamte Bandbreite an Nebenwirkungen vertreten.

Einer der wichtigsten Gründe, die für das Absetzen von Antidepressiva sprechen, ist deren mangelnde Wirksamkeit. Die Forschungsergebnisse zu dieser Thematik variieren erheblich. Dieser Umstand könnte damit zusammenhängen, dass viele Forschungen von den Pharmaunternehmen selbst finanziert werden.

Kritische Stimmen verweisen auf Studien, denen zufolge lediglich bei etwa fünf Prozent der Patienten die Antidepressiva eine Wirkung zeigen. Demnach sprechen die Medikamente nur bei Personen mit schweren Formen der Depression an.

Bei den wenigsten Patienten beseitigen Antidepressiva alle Symptome. Bei anderen Menschen tritt vielleicht sogar gar keine oder eine nur sehr geringe Wirkung ein. Dazu kommen etliche Nebenwirkungen.

Möchtest Du also absetzen, solltest Du für Dich ehrlich die Fragen beantworten, welche Wirkung das Antidepressivum auf Dich hat und welche unerwünschten Effekte das Arzneimittel bei Dir mit sich bringt.

Es kommt zum Beispiel oft vor, dass die Wirkung von Antidepressiva mit der Zeit nachlässt. Einige Betroffene spüren gar keinen Effekt mehr, andere hingegen empfinden die Wirkung als zu schwach.

Im Gegenzug werden jedoch die unerwünschten Wirkungen nach andauernder Anwendung immer offensichtlicher.

Zu dem Thema habe ich hier noch einen ausführlicheren Blogartikel geschrieben.

 

Wann sollte man Antidepressiva auf keinen Fall absetzen?

Wie ich Dir schon gesagt habe, solltest Du Antidepressiva auf keinen Fall absetzen, ohne mit Deinem Arzt hierfür eine geeignete Strategie zu finden. Sollte Dir Dein Arzt konsequent von dem Absetzen Deiner Medikamente abraten, lass die Medikamente nicht auf eigene Faust einfach weg.

Wenn Du unter einer besonders schweren Depression gelitten hast, die sich unter der Einnahme von Antidepressiva deutlich verbessert hat, kann ein Absetzen der Arzneimittel zu einem schweren Rückfall führen.

Trotz aller Kritiken und Zweifel an der Wirksamkeit von Antidepressiva muss ich darauf hinweisen, dass Antidepressiva einigen Personen wirklich helfen. Insbesondere bei schweren Depressionen sind positive Effekte beobachtet worden. Sei also bitte nicht unvorsichtig! Wenn auch Du Dich mit Antidepressiva besser fühlst, mag das für Dich vielleicht genau das Passende sein.

 

Alternativen zu chemischen Antidepressiva

Wer meinen Blog schon länger verfolgt, weiß, dass Antidepressiva bei mir nicht die erwünschte Wirkung erzielt haben. Als ich anfing, mich über weitere Therapiemöglichkeiten zu informieren, stieß ich auf zahlreiche Optionen.

Neben den allseits bekannten psychotherapeutischen Maßnahmen, habe ich auch von weiteren natürlichen Möglichkeiten gelesen, wie zum Beispiel der Lichttherapie, Sport- und Bewegungstherapien oder aber von nahrungsbezogenen Alternativen, wie der so genannten Nährstofftherapie.

Die Nährstofftherapie war bei mir letztlich der Schlüssel zum Erfolg und zu einem depressionsfreien glücklichem Leben.

Generell kann ich jedem nur dazu raten, die sanftesten Methoden zuerst auszuprobieren. Wenn Du also noch keine Medikamente nimmst, dann solltest Du meiner Ansicht nach den pharmazeutischen Weg als eine allerletzte Lösung betrachten.

Manchmal reichen eine gezielte Ernährungsumstellung, viel frische Luft und Bewegung oder aber auch regelmäßiges Meditieren schon aus. Informiere Dich auf meinem Blog über entsprechende Möglichkeiten.

In diesem Text möchte ich mich auf andere Punkte konzentrieren. Es geht mir hier um die Optionen, die Du hast, wenn sanfte Methoden bei Dir nicht angeschlagen haben und Du bereits chemische Antidepressiva nimmst.

Wenn Du planst, mit chemischen Antidepressiva aufzuhören, um auf natürliche Produkte umzustellen, möchte ich Dir hierzu von meinen eigenen Erfahrungen berichten. Vor allem will ich aber auch, dass Du weißt, wie man Antidepressiva sicher absetzen kann. Selbstverständlich ersetzen meine Texte aber kein Arztgespräch.

Nährstoffe statt chemischer Antidepressiva?

Immer schnellere und hektischere Tagesabläufe und unausgewogene Ernährung verursachen in Deinem Körper Stress. Dieser Stress kann biochemische Prozesse vollkommen durcheinander bringen. Die Folge kann eine schwere Depression sein.

Wenn die Ursache Deiner Depression auf genannte Gründe zurückzuführen ist, wäre es sicherlich wünschenswert, dass Du langfristig diesen Stress aus Deinem Leben verbannen kannst. Kurzfristig kann man aber in Deinen biochemischen Haushalt eingreifen.

Sowohl Nahrungsergänzungsmittel als auch chemische Antidepressiva können bei der Regulierung behilflich sein. Die natürlichere und nebenwirkungsärmere Variante stellen hierbei zweifellos die Nahrungsergänzungsmittel dar.

Die Nährstofftherapie konnte nicht ohne Grund in den vergangenen Jahren an Popularität gewinnen. Dafür, dass sie bei vielen Menschen jedoch solche Erfolge verbuchen kann, ist sie aber noch immer viel zu unbekannt.

Da alle Menschen unterschiedlich sind und Depressionen die verschiedensten Ursachen haben, hilft auch die Nährstofftherapie nicht allen Betroffenen. Wenn sie jedoch hilft, dann ist sie viel wirksamer und sicherer als Antidepressiva.

Im Gegensatz zu einer Vielzahl chemischer Antidepressiva braucht man bei Nährstoffen nicht wochenlang auf ein Ergebnis warten. Innerhalb weniger Tage wirst Du wissen, ob eine bestimmte Nährstofftherapie etwas für Dich ist.

Weshalb sind Nährstoffe wirksamer und sicherer als chemische Antidepressiva?

Ich bin schon oft gefragt worden, wie simple Nährstoffe gegen Depressionen helfen können, wenn selbst chemische Antidepressiva das nicht vermögen. Nun, eigentlich setzen beide Therapien bei ähnlichen Ursachen an: dem biochemischen Ungleichgewicht in unserem Gehirn.

Die bekanntesten Antidepressiva, die SSRI, nehmen ebenso wie einige Aminosäuren Einfluss auf den Serotonin-Haushalt. Sie tun dies jedoch auf eine ganz andere Art und Weise.

Du musst Dir vorstellen, dass in Deinem Gehirn Serotoninmoleküle sind, die sich abwechselnd in einem aktiven und inaktiven Zustand befinden.

Die aktiven Moleküle übertragen Nervenimpulse, die für das Glücksgefühl zuständig sind. Die inaktiven befinden sich hingegen in einer Art Ruhephase, die auch Wiederaufnahmephase genannt werden kann.

Wenn Du einen niedrigen Serotonin-Spiegel hast, was bei Depressionen sehr häufig vorkommt, dann werden dementsprechend weniger Nervenimpulse übertragen.

SSRI greifen in diesen Prozess nun in der Form ein, dass sie die wenigen vorhandenen Serotoninmoleküle daran hindern, in eine Ruhephase zu verfallen.

Die Nährstoffe Tryptophan und 5-HTP hingegen, von denen ich gleich noch mehr erzähle, sorgen für eine Serotoninproduktion, sodass wieder mehr der Serotoninmoleküle in Deinem Gehirn vorkommen.

Auf den ersten Blick sorgen beide Methoden also dafür, dass Glücksimpulse weitergetragen werden. Die depressive Stimmung wird vertrieben.

Es ist jedoch weiterhin zu beachten, dass Serotonin in Melatonin und in 5-Hydroxyindolessigsäure (5-HIES) umgewandelt wird. Melatonin ist für einen gesunden Schlaf zuständig.

5-HIES wirkt sich in bislang noch nicht ganz geklärter Weise auf unser Gemüt aus. Es wird jedoch ein Zusammenhang zwischen einem niedrigen 5-HIES-Spiegel und einem hohen Aggressionspotential beobachtet. Außerdem scheint sich 5-HIES auch allgemein positiv auf die Verfassung auszuwirken.

Es häufen sich die Anzeichen dafür, dass SSRI sowohl die 5-HIES als auch die Melatonin-Produktion hemmen. Somit wären die Antidepressiva nicht nur für Schlafstörungen, sondern auch für weitere Stimmungsschwankungen verantwortlich.

Die genannten Nahrungsergänzungsmittel Tryptophan und 5-HTP füllen hingegen den Serotoninspeicher langfristig wieder auf. Daher ist deren Einnahme nach einem bestimmten, individuell variablen Zeitraum oft nicht mehr nötig. Auch das Problem der Abhängigkeit besteht demgemäß nicht.

In Bezug auf die Wirksamkeit von Aminosäuren haben Studien gezeigt, dass 5-HTP den Serotoninspiegel um 540 Prozent erhöhen kann, während es bei dem SSRI Fluoxetin lediglich 150 bis 250 Prozent sind. Bei einer Behandlung mit Tryptophan erleiden Betroffene nahezu keine der sonst sehr verbreiteten Rückfälle.

Als bewiesen gilt zudem, dass 5-HTP, Tryptophan und auch Johanniskraut nebenwirkungsärmer sind und dabei schneller wirken als SSRI.

Welche Nahrungsergänzungsmittel können Dir helfen?

Wenn Du Dich nun fragst, welche Nahrungsergänzungsmittel Dir genau helfen können, dann muss ich Dir leider sagen, dass diese Frage nicht pauschal zu beantworten ist.

Wie Du weißt, gibt es unterschiedliche Antidepressiva und es gibt auch unterschiedliche Arten von Depressionen.

Heutzutage verschreiben die meisten Ärzte Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Es werden jedoch auch Psychopharmaka verordnet, die anders wirken. Und auch innerhalb der Gruppe der SSRI ist von Wirkstoff zu Wirkstoff mit verschiedenen Effekten zu rechnen. Neben stimmungsaufhellenden gibt es beispielsweise auch beruhigende oder stimulierende Substanzen.

Im Prinzip gilt, dass man von der Funktion der chemischen Psychopharmaka auf einen geeigneten Nährstoffersatz schließen kann.

SSRI wirken auf das Serotonin im Körper ein. Beispiele für diese Arzneimittelgruppe sind:

  • Citalopram
  • Escitalopram
  • Fluoxetin
  • Fluvoxamin
  • Paroxetin
  • Sertralin

Möchtest Du SSRI absetzen, solltest Du die Aminosäure Tryptophan beziehungsweise 5-HTP stattdessen einnehmen. Aus beiden Präparaten synthetisiert der Körper Serotonin, wobei Tryptophan im Körper zunächst in 5-HTP (5-Hydroxytryptophan) umgewandelt wird.

Selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI) wirken hingegen auf das Norepinephrin (auch: Noradrenlin) in Deinem Körper ein.

SSNRI sind unter anderem:

  • Venlafaxin
  • Milnacipran
  • Duloxetin

Deswegen solltest Du zusätzlich zu den bereits genannten Aminosäuren entweder Tyrosin, DL-Phenylalanin oder L-Phenylalanin nehmen. L-Phenylalanin ist eine Aminosäure, die der Körper benötigt, um Tyrosin zu produzieren.

Tyrosin ist wiederum notwendig, um in Deinem Körper Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin zu produzieren. Dopamin und Noradrenalin sind ebenso wie Serotonin als Glückshormone bekannt. Dabei wirken sie jedoch zusätzlich antriebssteigernd und motivierend.

Es gibt noch andere Arten von Antidepressiva, die zwar seltener zum Einsatz kommen als SSRI, aber noch immer eine Bedeutung innerhalb der pharmazeutischen Behandlung von Depressionen haben. Hierzu gehören unter anderem Tri- und Tetrazyklische Antidepressiva oder Monoaminoxidasehemmer (MAO-Hemmer).

Beispiele für andere Antidepressiva sind:

  • Amitriptylin
  • Trimipramin
  • Opipramol
  • Trazodon
  • Mirtazapin

Es handelt sich hierbei nur um einige der Wirkstoffe. Die Liste könnte noch fortgeführt werden. Die Antidepressiva gehören unterschiedlichen Gruppen an, wobei heutzutage nach deren Funktion und Wirkungsweise unterschieden wird.

Da Depressionen sich mit unterschiedlichen Symptomen manifestieren und teilweise weitere Begleiterscheinungen und Beschwerden hervo

rrufen können, setzen Ärzte manchmal auch mehrere Psychopharmaka ein.

Durch die Antidepressiva, die nicht zu den SSRI gehören, sowie durch weitere Psychopharmaka, können noch verschiedenste biochemische Prozesse in Deinem Körper angesprochen werden.

Es ist daher unausweichlich, dass Du mit Deinem Arzt sprichst, bevor Du einfach ein Arzneimittel durch eine Aminosäure oder durch ein anderes Nahrungsergänzungsmittel ersetzt. Eine selbst eingeleitete Umstellung kann für Dich gefährlich werden. Insbesondere bei einer bipolaren Störung können Aminosäuren – genau wie chemische Antidepressiva auch – die manischen Phasen verstärken.

 

Ein paar Worte zum Serotonin-Syndrom

Wenn Du Antidepressiva einnimmst, die auf Deinen Serotonin-Haushalt einwirken, und zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel einnehmen möchtest – oder umgekehrt -, solltest Du in jedem Fall mit Deinem Arzt sprechen. Bei einem zu hohen Serotonin-Spiegel kann ein so genanntes Serotonin-Syndrom hervorgerufen werden.

Bei der Kombination von einer Aminosäure und einem SSRI ist das Auftreten eines solchen Syndroms relativ selten. Doch ist bei der gleichzeitigen Einnahme von Tryptophan und einem SSRI durchaus von entsprechenden Fällen berichtet worden.

Das Syndrom kann lebensgefährlich sein, es können aber auch nur ganz leichte Symptome auftreten, die von einigen Patienten kaum bemerkt werden.

Zu den Anzeichen eines schwerwiegenden Serotonin-Syndroms gehören unter anderem Herzrasen, starkes Schwitzen, Fieber, niedriger Blutdruck, extreme Müdigkeit, Zittern, Unruhe und Muskelzuckungen. Die Liste der Symptome kann noch weitergeführt werden.

Es ist wichtig, dass Du Dich über das Serotonin-Syndrom informierst, damit Du es erkennen kannst. Solltest Du vermuten, an dem Serotonin-Syndrom zu leiden, musst Du sofort einen Arzt oder Krankenwagen rufen. Gib dort an, welche Arznei- beziehungsweise Nahrungsergänzungsmittel Du nimmst.

 

Wie Du Antidepressiva leichter absetzen kannst

Wenn Du fest entschlossen bist, Dich von Deinen Antidepressiva zu trennen, kann ich Dir ein paar Tipps geben, wie Du Entzugserscheinungen vermeiden kannst.

Zunächst einmal kann man davon ausgehen, dass Dein biochemischer Haushalt durcheinander gekommen ist. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist hiervon Dein Serotonin-Haushalt betroffen. Eventuell sind auch andere Botenstoffe und weitere Glückshormone aus dem Gleichgewicht geraten.

Weiter oben habe ich bereits ein paar Funktionen von Antidepressiva und den entsprechenden Nährstoffen beschrieben.

Um Entzugserscheinungen beim Absetzen von Antidepressiva zu vermeiden, kannst Du Nahrungsergänzungsmittel zur Hilfe nehmen.

Das Prinzip ist ganz einfach: Wenn man davon ausgeht, dass die Entzugserscheinungen entstehen, weil die Antidepressiva nicht mehr auf Deinen biochemischen Haushalt einwirken, dann könnten die Entzugserscheinungen verhindert werden, indem Du den Haushalt mit anderen Mitteln stabil hältst.

Hierbei können Dir die Aminosäuren helfen, die auf denselben Stoff einwirken, wie Dein Antidepressivum.

In den meisten Fällen wird Dein Antidepressivum Deine Serotonin-Aktivität manipulieren. Dementsprechend wirst Du beim Absetzen des Medikaments etwas benötigen, was Deine Serotonin-Produktion ankurbelt. Das können in diesem Fall die Aminosäure Tryptophan oder 5-HTP sein.

Manipuliert Dein Antidepressivum das Noradrenalin in Deinem Körper, nimmst Du zum Beispiel Tyrosin ein, das Deinen Noradrenalin-Spiegel positiv beeinflusst.

Trotz der Einnahme von Nährstoffen solltest Du Dein Antidepressivum nicht schlagartig absetzen. Lies Dir unbedingt die Hinweise zur Dosierung durch, die ich weiter unten angebe.

Selbstverständlich musst Du die Einnahme auch mit Deinem Arzt besprechen.

 

Eine komplette Umstellung wagen

Welcher Grund auch immer für Dich der überzeugende ist: Wenn Du Dir ganz sicher bist, dass Du mit Deinem Antidepressivum aufhören möchtest und außerdem davon überzeugt bist, dass Du es nur mit Bewegung, Licht, gesunder Ernährung oder Psychotherapie nicht schaffen wirst, dann kann die Umstellung von chemischen auf natürliche Antidepressiva für Dich die beste Lösung sein.

Eine komplette Umstellung sollte immer schrittweise erfolgen. Du kannst zunächst beide Präparate, Dein chemisches Arzneimittel und einen Nährstoff gleichzeitig einnehmen. Du solltest dann eine Zeit lang beobachten, wie sich dies auf Deine Stimmung auswirkt.

Sollte es Dir besser gehen, kannst Du vorsichtig versuchen, Dein Antidepressivum nach Anleitung Deines Arztes auszuschleichen.

Behalte Deine Stimmung gut im Blick. Achte auch auf eventuelle Absetzsymptome beziehungsweise Entzugserscheinungen.
Sollte es Dir schlechter gehen, musst Du dies umgehend mit Deinem Arzt besprechen. Allerdings heißt eine Verschlechterung Deines Zustands keineswegs, dass Du die chemischen Antidepressiva wieder höher dosieren musst. Schlage Deinem Arzt vor, stattdessen die Nährstoffe in einer höheren Dosis einzunehmen.

Wenn Deine Stimmung stabil ist, kannst Du mit dem Ausschleichen fortfahren, bis Du schließlich bei null angekommen bist. Du kannst dann ausschließlich mit dem Nährstoff weitermachen.

Es mag Momente geben, in denen es Dir trotz der Nahrungsergänzungsmittel wieder etwas schlechter geht. Typischerweise treten solche Phasen in den Wintermonaten oder bei enormem Stress auf.

Eine kurz- oder mittelfristige Höherdosierung Deines Nährstoffs löst das Problem in der Regel.

Wie ich Dir bereits weiter oben erklärt habe, bewirkt die Einnahme von Nährstoffen im Gehirn etwas anderes als die von chemischen SSRI. Tryptophan und 5-HTP füllen Dein Gehirn wieder mit Serotonin auf. Das heißt, dass Du nach einiger Zeit eventuell wieder einen so hohen Serotonin-Spiegel hast, dass Du keinerlei Präparate mehr benötigst.

 

Sofort mit der Umstellung loslegen?

Ich kann verstehen, dass Du lieber heute als morgen mit den chemischen Antidepressiva Schluss machen willst. Auch mir ging es so. Aber eine Umstellung sollte gut geplant und vorbereitet werden. Denn schließlich soll ja auch alles klappen. Das, was Du am wenigsten gebrauchen könntest, sind unnötige Probleme wie Nebenwirkungen und Entzugserscheinungen während Deiner Umstellung.

Es sollte auf jeden Fall ein passender Zeitplan für die Umstellung gefunden werde. Solltest Du Dich in einer Lebenskrise befinden, wie eine Scheidung oder Prüfungsphase, dann ist es wahrscheinlich besser, den Zeitpunkt der Umstellung zu verschieben, bis die Ausgangslage günstiger ist.

Im Allgemeinen, vor allem aber, wenn Dir die so genannten Winterdepressionen zu schaffen machen, solltest Du auch die Jahreszeit bei der Wahl des richtigen Zeitpunkts der Umstellung berücksichtigen.

Aufgrund des Lichtmangels ist der Winter eine serotoninarme Jahreszeit. Bedenke auch, dass sich der Absetzprozess über mehrere Wochen und Monate hinziehen kann. Deswegen ist es umso wichtiger, dass Du nicht während des Prozesses in die dunkle, kalte Jahreszeit hineinrutschst.

Eine weitere Vorkehrung, die Du im Vorfeld treffen solltest, ist die Suche nach professioneller Unterstützung bei Deinem Vorhaben. Sprich mit Deinem Arzt. Solltest Du merken, dass dieser Deinen Plänen gegenüber sehr skeptisch ist oder Dich gar nicht ernst zu nehmen scheint, such Dir einen anderen Arzt.

Notfalls kannst Du einen guten Pharmakologen oder Apotheker bitten, Deinen Arzt über die Absetzprobleme von Antidepressiva und über die Chancen von Nährstoffen wie Tryptophan oder 5-HTP aufzuklären kann.

 

Empfehlungen zur Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln

Die folgende Empfehlung ist sehr allgemein und basiert sowohl auf meiner eigenen Erfahrung als auch auf meiner persönlichen Lektüre. Du solltest sie als Anhaltspunkt betrachten und mit Deinem Arzt und Therapeuten besprechen.

Generell solltest Du vor der kompletten Umstellung von chemischen Psychopharmaka auf Nährstoffe so weit sein, dass Du nur noch ein psychoaktives Medikament nimmst. Das Serotonin-Syndrom kommt nicht häufig vor, es kann aber schwerwiegend sein.

Daher ist es wichtig, die Serotonin-Manipulation in Deinem Gehirn möglichst gering zu halten.

GABA, das dämpfend und sedierend wirkt, oder DLPA, das eine antriebsfördernde Wirkung hat, können in der Regel problemlos zusätzlich eingenommen werden, da sie nicht auf den Serotonin-Spiegel einwirken.

Wenn Du Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer oder andere Antidepressiva nehmen solltest, die auf Deinen Serotonin-Haushalt einwirken, rate ich Dir entweder zu 50mg bis 100mg 5-HTP oder zu 500mg bis 1000mg Tryptophan zweimal täglich.

Am besten nimmst Du die Präparate nachmittags und vor dem Schlafengehen.

Nimm die Aminosäure für eine Woche lang ganz normal zu Deinem Antidepressivum ein. Sollte 5-HTP nicht wirken, versuche es mit Tryptophan. Falls Du an Schlafstörungen leiden solltest, ist Tryptophan bei Dir vermutlich wirksamer. Wirkt das Tryptophan nicht, teste 5-HTP.

Nach einer Woche, falls alles gut gelaufen ist, kannst Du dann mit Absprache Deines Arztes die Dosis Deines chemischen Antidepressivums leicht reduzieren. Wenn nötig, kannst Du während dieser Zeit Deine Dosis an 5-HTP beziehungsweise Tryptophan steigern.

Die 5-HTP-Dosis kann auf 300mg erhöht werden, die Tryptophan-Dosis kann zwischen 1000mg und 2000mg betragen. Solltest Du extreme Entzugserscheinungen haben, kannst Du die Dosis nach Absprache mit Deinem Arzt höher setzen.

Nachdem Du in einem langwierigen Prozess Deine chemischen Antidepressiva langsam ausgeschlichen hast, solltest Du einige Monate lang ausschließlich die Nährstoffe nehmen.

Wenn es Dir damit gut geht, können in einem letzten Schritt auch die Nährstoffe abgesetzt werden. Ich empfehle Dir, die Dosis langsam zu reduzieren und Dich zu beobachten. Treten irgendwelche Verschlechterungen Deines Befindens auf, solltest Du sofort wieder zu der letzten Dosis zurückkehren.

Wenn nach dem gänzlichen Absetzen der Nahrungsergänzungsmittel Deine ursprünglichen Symptome wieder auftreten, solltest Du die Präparate noch ein bis zwei Monate weiter nehmen. Wahrscheinlich ist Dein Speicher noch nicht wieder ausreichen gefüllt.

Denk bitte daran, dass die Aminosäuren miteinander um die Aufnahme konkurrieren. Nimm deswegen bitte immer nur eine Aminosäure ein und warte mindestens sechs Stunden, bis Du eine andere einnimmst.

Außerdem empfehlen Experten zu den Aminosäuren einen Vitamin-B-Komplex einzunehmen. Der Körper kann Aminosäuren besser verwerten, wenn ihm ausreichend B-Vitmine zur Verfügung stehen.

 

Wenn Dir die Umstellung zu 5-HTP nicht gelingt

Weise auch Deine Familie oder enge Freunde darauf hin, dass Du Dein Antidepressivum absetzt. Bitte sie, Dich dahingehend zu beobachten.

Falls Deine Symptome des Serotoninmangels wieder zurückkehren, sollen sie Dich darauf aufmerksam machen. Du kannst dann die notwendigen einzuleitenden Schritte mit Deinem Arzt oder Therapeuten besprechen.

Meine Empfehlung – die Du aber ärztlich abklären solltest – wäre für diesen Fall eine Erhöhung der 5-HTP-Dosis.

Hilft jedoch auch die erhöhte 5-HTP-Dosis Dir nicht weiter, ist zu vermuten, dass ein Hindernis bei Serotonin-Synthese besteht. Denn in der Regel ist der Körper grundsätzlich bestrebt, 5-HTP in Serotonin zu verwandeln.

Ich habe hierzu Unterschiedliches gelesen. Experten haben beobachtet, dass bei einigen Menschen Tryptophan besser wirkt als 5-HTP. Du kannst das einfach feststellen, indem Du statt 50 mg 5-HTP 500 mg Tryptophan einnimmst.

Tritt nach zwei Tagen keine Besserung ein, besteht vermutlich ein anderes Problem. Eine Erklärung dafür, dass das 5-HTP bei Dir nicht wirkt, könnte nämlich Deine Schilddrüse sein.

Wenn Deine Schilddrüse nicht ausreichend Hormone produziert, dann kann Dein Körper 5-HTP und Tryptophan nicht richtig aufspalten und verwerten.

Falls Du eine Schilddrüsenfehlfunktion bei Dir vermutest, sprich bitte mit Deinem Arzt. Er wird Dich untersuchen und Dir gegebenenfalls die passenden Medikamente verschreiben.

Ich habe davon gelesen, dass die größten Erfolge erzielt wurden, wenn das Schilddrüsenhormon T3 in synthetischer Form verschrieben wurde. Dennoch muss die Dosis langsam gesteigert werden. Weise Deinen Arzt darauf hin, dass Du Präparate gegen Depressionen einnimmst.

Wenn die Entzugserscheinungen unerträglich werden

Solltest Du trotz der Einnahme von Nährstoffen extreme Entzugserscheinungen haben, kann Dein letzter Ausweg Dich zurück zum Antidepressivum führen. Unter Umständen, insbesondere wenn Du in Depressionen verfallen solltest oder gar Selbstmordgedanken hast, kann dieser Weg vielleicht der richtige sein.

Doch wird das nun wirklich eher die Ausnahme darstellen. Deswegen rate ich Dir, bei schlimmen Entzugserscheinungen folgende Maßnahmen zu testen:

Bade in den ersten drei bis vier Tagen zwei Mal täglich, danach ein Mal am Tag und gib dem Wasser vier Tassen Bittersalz (Magnesiumsulfat), den Inhalt zweier Kapseln Verdauungsenzyme und drei Tropfen Kava-Extrakt zu.

Die Bäder helfen Deiner Leber, Deinen Körper zu entgiften. Danach solltest Du Dich gründlich abbrausen.

Außerdem kann Dir Folgendes behilflich sein:

  • Alka-Seltzer Gold zur Entsäuerung
  • Eine Infusion mit Mineralien und Vitaminen
  • Bis zu vier Mal täglich 500 mg bis 1.000 mg GABA (bitte pass auf, dass Dein Blutdruck nicht zu sehr absackt)
  • Massagen
  • Ohr-Akkupunktur
  • Noni-Saft (zuerst zwei Esslöffel, dann ein Esslöffel alle vier Stunden) (Die Wirksamkeit ist nicht eindeutig wissenschaftlich belegt)

Die Maßnahmen werden generell bei Entzugserscheinungen, auch bei anderen Drogen empfohlen. Probier einfach aus, ob und was Dir hilft!

Wie Du von chemischen Antidepressiva auf Nährstoffe umstellen kannst – das Wichtigste auf einen Blick:

  • Bevor Du Antidepressiva absetzt, sprich mit Deinem Arzt über unterschiedliche Absetz-Möglichkeiten
  • Rede mit Deinem Arzt auch über die Nährstofftherapie und über eine Umstellung
  • Wähle einen geeigneten Zeitpunkt zum Absetzen
  • Bitte Deine Freunde und Deine Familie um Unterstützung
  • Besprich mit Deinem Arzt oder Therapeuten, ob Du eine Auszeit von Deiner Arbeit brauchst
  • Reduziere die Dosis so langsam wie möglich
  • Führe ein Tagebuch über Dein Befinden und die jeweils eingenommene Dosis der Antidepressiva sowie der Nahrungsergänzungsmittel
  • Falls Du Rückfälle in Deine Depression spürst, sei auch offen dafür, Dein Antidepressivum kurzfristig wieder höher zu dosieren
  • Achte auf Dich, sorge für viel Bewegung und eine gesunde Ernährung
  • Erlerne Entspannungstechniken, praktiziere Yoga oder Ähnliches
  • Gehe zu einem Psychotherapeuten, falls Du noch nicht in Therapie bist und versuche eine Kognitive Verhaltenstherapie
  • Solltest Du wegen Deines Befindens besorgt sein, sprich mit Deinem behandelnden Arzt
  • Gib nicht auf und denk daran, dass es Dir nach dem Entzug wieder besser geht

Quellen und weiterführende Literatur: