Die Antidepressiva wirken nicht? Warum es vielen Menschen mit Psychopharmaka schlechter geht als ohne

Und da ist sie wieder vor mir. Die Spirale, eine endlose Spirale ohne Ausweg. Und dabei geht es nicht aufwärts – nein, ich rutsche und rutsche immer weiter, tief in den Keller. Die Hoffnung auf einen Ausweg schwindet. Je tiefer ich rutsche, desto sicherer bin ich mir: Es hört niemals auf. Es wird niemals besser. Depression auf Lebenszeit.

Diese oder ähnliche Gedanken gehörten vor nicht allzu langer Zeit noch zu meinem Alltag. Die Depression hatte mich fest im Griff – und das, obwohl ich bereits seit mehreren Jahren in Therapie war.

Ich hatte schon etliche Antidepressiva ausprobiert, aber so wirklich helfen, wollte keines der Mittel. Stattdessen hatte ich mit jeder Menge Nebenwirkungen zu kämpfen.

Falls es Dir so ähnlich geht wie mir damals, dann kann ich Dich nur ermutigen, meinen Blog aufmerksam zu verfolgen. Denn mir geht es heute gut. Und wie ich das geschafft habe, möchte ich so vielen Leuten wie nur möglich erzählen.

Ich möchte mein Wissen teilen, damit auch Du Deinen Depressionen ein Ende setzen kannst.

Als ich bemerkte, dass meine depressive Verstimmung mehr als nur eine vorübergehende Laune war, war ich noch relativ jung.

Mir war damals klar, dass man etwas tun müsste.

Von Depressionen hatte ich wenig Ahnung. Ich war mir ja noch nicht einmal so ganz sicher, ob ich tatsächlich an einer litt. Aber eines war mir bewusst: Eine Depression ist eine Krankheit und wenn man krank ist, muss man zum Arzt.

Beim Arzt ging dann alles plötzlich ganz schnell. Mein Hausarzt versorgte mich sofort mit Antidepressiva und ordnete weitere Untersuchungen an. Gleichzeitig verwies er mich an die Psychiatrie und eine Psychotherapie.

Und schon war ich drin: im Labyrinth der Psychopharmaka.

Mein Tipp: Überlass Dein Schicksal nicht den Ärzten

Jahrelang glaubte ich den Ärzten und nahm unterschiedlichste Antidepressiva – ohne jegliche Besserung. Schließlich beschloss ich, mein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.

Ich wollte den Ärzten nicht weiter blind vertrauen. Also begann ich, mich zu informieren. Nach und nach setzte ich mich immer intensiver mit Depressionen auseinander.

Heute kann ich stolz behaupten, dass ich Experte in eigener Sache bin. Ein Profi auf dem Gebiet meiner ganz persönlichen depressiven Störung.

Und eigentlich ist es das, was für mich das Allerwichtigste war und ist. Ich konnte auf der Basis von meinem Wissen endlich selbst entscheiden, was gut für mich ist. Eines hatte ich nämlich bereits vor Längerem gemerkt: Antidepressiva halfen mir nicht.

Im Gegenteil: Statt positiver Wirkungen machten sich bei mir nur die unerwünschten Nebenwirkungen bemerkbar.
Ich begann Fragen zu stellen, vor allem im Hinblick auf die gängige Medikation.

Was machen die Tabletten in meinem Gehirn? Warum habe ich immer solche starken Nebenwirkungen? Kommen solche unerwünschten Effekte von Psychopharmaka häufig vor? Und vor allem: Warum besserte sich meine Depression trotz der Einnahme von Medikamenten nicht? Warum ging es mir so furchtbar schlecht?

In meinem heutigen allerersten Blogbeitrag überhaupt, den ich dem Thema der Depression widme, gebe ich Dir ein paar Antworten, die ich durch meine Lektüre auf diese Fragen gefunden habe.

 

Was macht ein Antidepressivum?

Wahrscheinlich kannst Du Dir gar nicht vorstellen, wie vielen Menschen ich begegnet bin, die an einer Depression leiden und das vom Arzt verschriebene Antidepressivum einnehmen. Aber eigentlich haben sie keine Ahnung, was sie überhaupt tagtäglich schlucken.

Und, wenn ich ganz ehrlich bin, muss ich zugeben, dass ich viele Jahre selbst dazugehörte!

Sechs Jahre lang habe ich verschiedenste Präparate brav durchprobiert, Nebenwirkungen ertragen, Absetzerscheinungen ausgehalten, in neue depressive Phasen reingerutscht. Immer das gleiche Spiel! Ich bin die Spirale der Depression immer tiefer gerutscht.

Licht in dem Tunnel habe ich erst gesehen, als ich mich selbst intensiv mit dem Thema Depression und Medikation auseinandergesetzt habe.

Wichtig ist ein grundlegendes Verständnis dafür, was eigentlich im Gehirn passiert, wenn man Medikamente gegen Depression schluckt.

Und, wenn man das Ganze weiterdenkt: Was passiert im umgekehrten Fall, wenn man also genau diese Medikamente wieder absetzt? Was geschieht dann?

 

SSRI sind bei Depression Mittel der Wahl

Nachdem man festgestellt hat, dass ein geringer Serotoninspiegel in vielen Fällen ursächlich mit Depressionen im Zusammenhang steht, erhofft man sich durch medikamentöses Einwirken auf biochemische Prozesse im Gehirn eine Verbesserung der Symptome.

Heutzutage werden bei Depressionen vornehmlich so genannte Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (kurz: SSRI) als erstes Mittel der Wahl verschrieben.

Die Medikamente dieser Gruppe sind als moderne Antidepressiva zu bezeichnen, die gegenüber den zuvor überwiegend verordneten tri- beziehungsweise tetrazyklischen Antidepressiva und MAO-Hemmern einige Vorteile aufweisen und nebenwirkungsärmer sein sollen.

SSRI blockieren Serotonin-Transportproteine im Zentralnervensystem. Diese Proteine sorgen im Regelfall dafür, dass Serotonin (ein so genanntes Glückshormon) aus dem synaptischen Spalt (die Stelle zwischen zwei Nervenzellen) wiederaufgenommen wird. Wird diese Funktion durch das Antidepressivum gehemmt, steigt der Serotoninspiegel im synaptischen Spalt also automatisch an. Parallel dazu kommt es langfristig zu einer Veränderung an den Rezeptoren (dort dockt der Botenstoff sonst an) der Nervenzellen: Sie werden weniger und schlagen auch nicht mehr so schnell auf Serotonin an.

Das hört sich kompliziert an, ist es aus biochemischer Perspektive auch. Wesentlich ist es zu wissen, dass Medikation gegen Depression direkt im Zentralnervensystem wirkt und für einen höheren Serotoninspiegel sorgen soll. Setzt man Antidepressiva also ab, passiert exakt das Gegenteil: Der Serotoninspiegel fällt rasant ab. Und das kann ein heftiges Chaos im Gehirn verursachen, ich habe es selbst erlebt. Doch im Detail komme ich dazu später.

Außer den SSRI und den oben genannten Antidepressiva werden seltener auch Selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer verschrieben. Diese funktionieren im Prinzip ähnlich wie die SSRI. Der Unterschied ist, dass sie nicht nur auf den Botenstoff Serotonin wirken, sondern ebenso auf Noradrenalin.

 

Antidepressiva im Überfluss: die Sache mit dem Rezept

Ich habe mich mit anderen Betroffenen ausgetauscht (ist schön zu sehen, dass man nicht allein ist) und mittlerweile über 150 Bücher sowie etliche Studien zum Thema Depressionen gelesen. Das daraus gewonnene Wissen kann eigentlich nur zu einer gefestigten Meinung zum Thema Psychopharmaka führen.

Versteht mich nicht falsch, in speziellen Fällen kann eine geeignete Medikation sinnvoll sein.

Wenn Antidepressiva bei Dir gut wirken, setz sie auf keinen Fall einfach ab, nur weil Dich mein Artikel überzeugt hat.

In westlichen Ländern ist die Tendenz allerdings dahingehend, Antidepressiva viel zu schnell und viel zu unreflektiert zu verschreiben. Und das oftmals, ohne den Patienten über Wirkungsweisen und mögliche sowie zu erwartende Nebenwirkungen aufzuklären.

Alternativen werden gar so selten thematisiert, dass der Eindruck erweckt wird, es gäbe keine. Und ja, ohne es allzu sehr breittreten zu wollen: Es ist zu vermuten, dass die Interessen von Pharmakonzernen in diese Thematik verstrickt sind.

Meiner Meinung nach ein großes Problem: Viel zu häufig landen Wirkstoffe wie Sertralin, Fluoxetin, Paroxetin oder Citalopram (alles klassische SSRI) auf den Rezepten von Hausärzten.

So werden Antidepressiva (mit all ihren Nebenwirkungen) relativ sorglos bei Symptomen wie Schlafstörungen, depressiven Verstimmungen oder Angstgefühlen verschrieben, ohne dass es zu einer tatsächlichen Diagnosestellung beim Facharzt (sprich Psychiater) kommt. Aber auch Psychiater sind meiner Ansicht nach viel zu schnell mit Rezepten.

Wie gesagt, es gibt sicherlich Fälle, in denen Antidepressiva wie SSRI die beste Lösung sind. Wenn Du also an einer schweren Depression erkrankt bist und Dir Deine Medikamente helfen, dann fühl Dich von dieser Kritik nicht angesprochen.
Studien belegen jedoch, dass SSRI ausschließlich bei schweren Depressionen helfen. Die meisten Menschen, die SSRI nehmen, leiden jedoch an leichten bis mittelstarken Depressionen. Auf Studien hierzu komme ich in dem folgenden Absatz zu sprechen.

 

Mit Antidepressiva zurück ins Leben? Bei mir und 95% der Patienten leider nicht!

Heute geht es mir sehr gut. Ich nehme wieder am gesellschaftlichen Leben teil, widme mich meinen Hobbys und Leidenschaften, erfreue mich an den Blumen im Frühling und dem warmen Sommerregen. Und selbst dem nasskalten Herbst und dem Winter kann ich wieder vieles abgewinnen, wenn ich mich gemütlich mit Freunden treffe oder es mir auf der Couch mit einem Buch und Tee bei Kerzenlicht gemütlich mache.

Während meiner jahrelangen Antidepressiva-Zeit ging es mir bei weitem nicht so gut. Denn alle Medikamente, die ich damals auf das Rezept verschrieben bekam, hatten eines gemeinsam: Sie halfen mir nicht.

Sie hellten meine niedergeschlagene Stimmung nicht auf, sie unterstützten meinen Schlafrhythmus nicht und sie brachten die dunklen Gedanken nicht zum Schweigen.

Ich bin nicht allein mit dem Empfinden, dass mir die Psychopharmaka nicht weiterhalfen. Laut einer Studie der britischen Universität Hull (englisch: University of Hull) unter Professor Irving Kirsch helfen Antidepressiva nur bei rund 5 % der depressiven Störungen.

Kirsch untersuchte dabei über zehn Jahre hinweg die veröffentlichten Studien der Pharmaindustrie ebenso wie diejenigen, die geheim gehalten wurden. Das amerikanische Recht auf Transparenz, das „Freedom of Information Act“, verschaffte dem Psychologen die Möglichkeit, auch in diese Studien Einblick zu nehmen. Eine hilfreiche Wirkung war dabei vorrangig bei schweren Depressionen zu erkennen. Bei 95 % der Patienten ist die Wirkung hingegen fragwürdig. Das Antidepressivum bietet hier keinen besseren Effekt als Placebos.

Wie ich oben bereits angedeutet habe, spielt der Einfluss der Pharmaindustrie auf die Verschreibung von Antidepressiva sicherlich auch eine Rolle. Es ist mittlerweile längst ein offenes Geheimnis, dass die Pharmaindustrie zu großen Teilen nur solche Studien veröffentlicht, die die Wirksamkeit von Antidepressiva bescheinigt. Studien, in denen Placebos bei den Studienteilnehmern die gleiche Wirkung erzielen, werden immer wieder bewusst geheim gehalten. Da Antidepressiva ein Milliardengeschäft sind, ist es wenig verwunderlich, dass so viele Medikamente wie möglich verkauft sollen.

Abgesehen davon werden viele Studien auch direkt von den Pharmafirmen mitfinanziert. Indem nur positive Antidepressiva-Studien veröffentlicht werden, wird der Ärzteschaft und der Öffentlichkeit suggeriert, dass die Psychopharmaka wirksamer sind, als dies in Wirklichkeit der Fall ist.

Schon im Jahr 2010 stellte das Journal of the American Medical Asocciation fest, dass viele Antidepressiva nicht besser wirken als Placebos. Hierzu erläuterte Robert Whitaker in seinem Buch „Anatomy of an Epidemic . Magic Bullets, Psychiatric Drugs  and the Astonishing Rise of Mental Illness in America“, dass Patienten mit Depressionen, die nicht medizinisch behandelt wurden, im Laufe der Jahre besser leben konnten, als jene, die Antidepressiva eingenommen hatten.

Whitaker stellt entsprechend in seinem Buch die glaubwürdige These auf, dass die Einnahme von Antidepressiva die Chronifizierung der Depression und somit die lebenslang erforderliche Verschreibung der Medikamente zur Folge hat.

Die Menge an verordneten Antidepressiva stieg in Deutschland im Zeitraum von 1991 bis 2014 um 700 Prozent an (Quelle: Arzneiverordnungs-Report, Bild: depression-heute.de)

Betrachtet man den Gedankengang, dass die moderne psychiatrische Behandlung sich stetig verbessert und regelmäßig neue (bessere?) Medikamente den Sprung auf die Rezeptliste schaffen, stellt sich die Frage, warum sich der Bedarf an Verschreibungen versiebenfacht hat.

Für die Beurteilung der Wirksamkeit werden Kurzzeitstudien über wenige Wochen herangezogen. Was nach den typischen sechs Wochen des Studienverlaufs geschah, wird kaum oder gar nicht in die Ergebnisse einbezogen. Auch werden behandelte Patienten nicht mit unbehandelten verglichen. Die Wissenslücke ist daher groß und sollte auch im Hinblick auf die Nachteile der medikamentösen Behandlung in die Entscheidung zum Für oder Wider berücksichtigt werden.

 

Die Nachteile von Antidepressiva:

  • Antidepressiva helfen nur bei rund 5 % der depressiven Erkrankungen langfristig und nur für die Dauer der Einnahme
  • Antidepressiva bekämpfen ausschließlich die Symptome einer Depression, NICHT die Ursache
  • Hohe Gefahr von Suchtentwicklung: In mehreren repräsentativen Umfragen gaben durchschnittlich 80 Prozent der Teilnehmer an, dass sie eine Verbindung zwischen den Antidepressiva und der Entwicklung einer Sucht sehen
  • starke Nebenwirkungen
  • erneut starke Nebenwirkungen beim Absetzen (selbst beim langsamen Absetzen/Ausschleichen)
  • Langzeitnebenwirkungen sind nicht ausreichend erforscht. Es gibt Hinweise, dass depressive Episoden durch die Einnahme von Antidepressiva in chronische Depressionen umschlagen können.
  • Einige Patienten berichten von Persönlichkeitsveränderungen

Schon ein Blick auf die Liste der Nebenwirkungen hinterlässt Fragen zur Nutzen-Risiko-Bilanz einer Antidepressiva-Einnahme.

Einerseits soll die negative Stimmung bis hin zu Suizidgedanken durch die Medikamentengabe gelöst werden, andererseits zählen Antidepressiva in nahezu allen Produkten in der Packungsbeilage die Aspekte als Nebenwirkung auf, die sie eigentlich verhindern sollen: Angst, Aggression, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, schwere Unruhe bis hin zu suizidalem Denken und Verhalten können durch die Einnahme ausgelöst werden.

Wenn man sich mit diesen Studien auseinandersetzt, bekommt man nun wirklich nicht den Eindruck, dass Antidepressiva den meisten Patienten helfen könnten. Offensichtlich schaden sie vielen sogar mehr als sie helfen.

Es scheint also, als sei die Verordnung von Antidepressiva wie das Losziehen beim Glücksspiel – mit dem Unterschied, dass man nicht nur eine bedeutungslose Niete ziehen kann, sondern folgenschwere Nebenwirkungen riskiert.

Auch ich musste zahlreiche Nebenwirkungen während meiner Antidepressiva-Zeit ausstehen. Wenn ich meine persönliche Erfahrung an Nebenwirkungen jedoch mit der Liste möglicher unerwünschter Effekte vergleiche, dann kann ich behaupten, dass ich echt Glück gehabt habe. Denn zu den möglichen Nebenwirkungen zählen:

  • Gewichtszunahme
  • Lust- und Potenzstörungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Halluzinationen
  • Mundtrockenheit
  • Hautausschläge
  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Schweißausbrüche
  • Zittern
  • Schwindel
  • Schläfrigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Selbstmordgedanken

Langzeitnebenwirkungen wie z.B. Osteoporose (Knochenbrüchigkeit) oder Krebs sind auch bei sorgfältiger Information über wissenschaftliche Studien schwer abzuschätzen.

Hinzu kommen Nebenwirkungen, die erst beim Absetzen der Antidepressiva auf einen zukommen. Diese Nebenwirkungen werden von Medizinern gerne „Absetzsymptome“ genannt. Wenn Du mich fragst, wäre „Entzugserscheinungen“ ein weitaus passenderer und ehrlicherer Begriff.

Diese so genannten „Absetzsymptomen“ lassen sich in stimmungsbezogene und körperliche Anzeichen unterteilen:

Stimmungsbezogene Symptome sind:

  • erhöhte Reizbarkeit oder Agitation
  • Ruhelosigkeit, Schlaflosigkeit
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Konzentrationsprobleme
  • intensive Negativ-Gefühle, Verstärkung der Depression
  • Panikattacken

 

Körperliche Symptome:

  • Hitzewallungen und starkes Schwitzen
  • Herzrhythmusprobleme und starkes Herzklopfen
  • Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall
  • Atemprobleme
  • Sensorische Störungen

Bei mir persönlich traten im Laufe der Jahre manche Nebenwirkungen übrigens in ausgeprägter Form auf. So plagten mich nicht nur starke Unruhezustände, sondern ich habe zeitweise stark gezittert und Kopfschmerzen gingen bei mir manchmal mit Sehstörungen einher.

Ich muss zugeben, dass mich zuletzt sogar heftige Selbstmordgedanken plagten. Da ich auf meine Ärzte und auch auf chemische Antidepressiva vertraute, ging ich natürlich davon aus, dass meine Depression so schwer sei, dass ich ein stärkeres Antidepressivum bräuchte oder die Dosis erhöhen müsste.

An einen Zusammenhang zwischen der Einnahme meiner Antidepressiva und einem erhöhten Selbstmordrisiko habe ich selbstverständlich in keiner Sekunde gedacht.

Erst nachdem ich angefangen habe, mich über Depressionen und Antidepressiva richtig zu informieren, habe ich festgestellt, dass das Risiko nicht unerheblich ist, unter SSRI Selbstmordgedanken zu entwickeln.

Wenn Dich das Thema interessiert, dann schau Dir doch die Studien von den Forschergruppen um Fabian Termorshuizen oder Anil Nischal an, die ich im letzten Abschnitt unter „Quellen und weiterführende Informationen“ angegeben habe. Das sind wirklich nur zwei Beispielstudien, die ich für Dich herausgesucht habe. Man findet Dutzende von Forschungsarbeiten zu dem Thema.

In den USA wurde im Jahr 2004 von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde (Food and Drug Administration) sogar eingefordert, auf die Medikamentenpackungen von SSRI einen Warnhinweis zu drucken. Eigentlich wollte man mit dem Warnhinweis einen verantwortungsvolleren Umgang mit den Psychopharmaka bewirken. Das heißt, man hoffte darauf, dass die Medikamente nicht voreilig und nicht so häufig verschrieben würden. Leider ist dies jedoch nicht eingetreten.

 

Mein neuer Weg zur Zufriedenheit: Gute Ernährung und die ideale Nährstoffversorgung für das Wohlbefinden

Unbestritten und wissenschaftlich anerkannt bekannt ist der Einfluss guter Ernährung auf das Wohlbefinden. Dass gutes Essen und die gezielte Zufuhr der entscheidenden Nährstoffe dabei auch auf die Psyche wirken, wird dabei oft vergessen.

Die Depression wird vom Gehirn aus gesteuert, weshalb eine ausgewogene Ernährung unter Einbindung der entscheidenden Vitamine, Mineralstoffe, Hormone und Aminosäuren für den Gehirnstoffwechsel eine tragende Rolle spielt. Und im Gegensatz zu Antidepressiva bringt eine gesunde Ernährung keine schlechten Nebenwirkungen mit sich.

Wenn ich von gesunder Ernährung spreche, dann meine ich aber nicht nur, dass Du viel Obst und Gemüse essen sollst. Es gibt bestimmte Nährstoffe, die direkt auf die Serotonin-Produktion einwirken. Andere helfen bei Antriebslosigkeit, wieder andere bei Schlaflosigkeit. Das heißt: Leidest Du an einem bestimmten Mangel, der Deine Depression verursacht, kannst Du dem mit einem Nahrungsergänzungsmittel entgegenwirken.

Ähnlich verhält es sich mit Sport. Dass Sport gesund ist, wird sich ja bereits herumgesprochen haben. Viele Menschen – so wie ich früher auch – wissen aber nicht, dass sich Sport direkt auf den Serotoninspiegel auswirkt. Sport kann also tatsächlich als eine Art natürliches Antidepressivum wirken.

Besser noch, wenn Du den Sport in der freien Natur treibst. Frische Luft tut gut! Aber vor allem erhältst Du dabei eine Extra-Portion natürliches Licht. Vielleicht hast Du schon mal von der Lichttherapie gehört. Licht wird nämlich sogar therapeutisch eingesetzt, um Depressionen zu behandeln. Sogar die Lichtzufuhr an einem bewölkten Tag reicht schon aus, um sich positiv auf den Serotoninspiegel auszuwirken.

So, ich hoffe, Dir hat mein erster Blogbeitrag gefallen und schon ein paar wichtige Informationen gebracht. Wenn Du das Thema interessant findest und mehr erfahren möchtest, dann bleib doch einfach dabei. Ich werde Dich ab jetzt auf meinem Blog mit unterschiedlichen Aspekten zum Thema Depression und zu alternativen Therapiemöglichkeiten informieren.

Damit Du Dich auch noch anderweitig informieren kannst, werde ich Dir am Ende meiner Texte in der Regel noch ein paar zusätzliche Informationsquellen angeben.

 

Quellen und weiterführende Informationen:

  • Dr. Ansari, P. (2016). Unglück auf Rezept: Die Antidepressiva-Lüge und ihre Folgen von Deutschland. Stuttgart: Klett-Cotta,
  • Breggin, P. (2001). The Antidepressant Fact Book: What Your Doctor Won’t Tell You About Prozac, Zoloft, Paxil, Celexa, and Luvox. Cambridge: Da Capo Press.
  • Breggin, P.; Cohen, D. (1999). Your Drug May Be Your Problem: How and Why to Stop Taking Psychiatric Medications. Philadelphia: Da Capo Books.
  • Firedman, R. A. (2014). Antidepressants‘ Black-Box Warning – 10 Years Later. In: The New England Journal of Medicine. https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMp1408480 (28/05/2018).
  • Gøtzsche, P. C. (2016). Tödliche Psychopharmaka und organisiertes Leugnen: Wie Ärzte und Pharmaindustrie die Gesundheit der Patienten vorsätzlich aufs Spiel setzen. München: Riva.
  • Hiemke, C. (2016). Why do Antidepressants have such a poor success rate? In: Expert Review of Neurotherapeutics, 16(6). https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1586/14737175.2016.1158647 (28/05/2018).
  • Kirsch, I. (2010). The Emperor’s New Drugs: Exploding the Antidepressant Myth. Philadelphia: Basic Books.
  • Moncrieff, J. (2002). The antidepressant debate. In: British Journal of Psychiatry, 180(3), 193-194. https://www.cambridge.org/core/journals/the-british-journal-of-psychiatry/article/antidepressant-debate/74DCE8BB5098B73547486622E9CAECAA (28/05/2918).
  • Nischal, A.; Tripathi, A.; Nischal, A.; Trivedi, J. K. (2012). Suicide and Antidepressants: What Current Evidence Indicates. In: Mens Sana Monographs, 10(1), 33-44. http://doi.org/10.4103/0973-1229.87287 (28/05/2018).
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  • Ross, J. (2010). Was die Seele essen will. Stuttgart: Klett-Cotta
  • Schachter, M. B.; Mitchell, D. (2006). What Your Doctor May Not Tell You About(TM) Depression: The Breakthrough Integrative Approach for Effective Treatment. New York: Wellness Central.
  • Termorshuizen, F.; Palmen, S. J. M.; Heerdink, E. R. (2016). Suicide Behavior Before and After the Start with Antidepressants: A High Persistent Risk in the First Month of Treatment Among the Young. In: International Journal of Neuropsychopharmacology, 19(2). https://doi.org/10.1093/ijnp/pyv081 (28/05/2018).
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