Depression ist keine Krankheit – Depression ist ein Symptom

Vielleicht wunderst Du Dich über die Überschrift meines heutigen Blogartikels. „Eine Depression soll keine Krankheit, sondern ein Symptom sein? Wofür denn?“ Wenn Dich diese oder ähnliche Gedanken überkommen, dann bist Du wahrscheinlich nicht alleine.

Auch bin lange Zeit davon ausgegangen, dass es sich bei einer Depression um eine Krankheit handelt. Kein Wunder. Wenn man sich die zahlreichen Artikel zu Depressionen im Internet anschaut. Da ist ja von fast nichts anderem die Rede. Ganz selbstverständlich wird davon gesprochen, dass es sich bei einer Depression um eine Krankheit handelt. Und diese Krankheit – so lernen wir – zeigt sich in zahlreichen Symptomen.

Ich möchte gar nicht anzweifeln, dass sich eine Depression in bestimmten Anzeichen manifestiert. Wovon ich jedoch überzeugt bin, ist Folgendes: Eine Depression ist ebenfalls nur ein Symptom. Erst diese Erkenntnis hat mir geholfen, meine eigene Depression zu verstehen und mich für immer von ihr zu verabschieden.

 

Die Depression möchte Dir etwas mitteilen

Warum meine Depressionen vorher immer wieder gekommen sind? Vielleicht kann ich Dir das mit einem Vergleich besser erklären: Stell Dir vor, Du hast Kopfschmerzen. Du nimmst eine Kopfschmerztablette und Deine Schmerzen verschwinden.

Zumindest erstmal. Vielleicht bist Du nun auch für ein paar Tage sogar für mehrere Wochen schmerzfrei. Geheilt bist Du aber nicht. Denn Deine Kopfschmerzen sind vielleicht – wie bei mir früher – das Resultat einer Rückenverspannung. Die Kopfschmerzen sind also lediglich ein Zeichen dafür, dass mit Deinem Körper etwas nicht in Ordnung ist.

Deine Kopfschmerzen möchten Dir also etwas mitteilen. In meinem Fall, dass mein Rücken verspannt ist. Erst als ich erkannt habe, dass meine Depression mir ebenfalls etwas mitteilen möchte, hatte ich überhaupt einen Grund dazu, nachzuforschen, was bei mir aus dem Gleichgewicht geraten war. Denn zuvor hatten die Ärzte eine Depression als Krankheit diagnostiziert, die ich mit Antidepressiva behandeln sollte. Weiter nichts.

Aber die Antidepressiva wirkten bei mir im besten Fall wie die Kopfschmerztabletten. Die Depression verschwand niemals wirklich. Denn in Wahrheit kratzt man mit diesen Mitteln nur an der Oberfläche der Depression. Man behandelt keine Krankheit, sondern geht gegen Symptome vor. Viel sinnvoller erscheint es mir heute, beim Auftauchen einer Depression die Ursachen herauszufinden.

Nutze Deine Depression als eine Art Kompass. Anhand ihres Verlaufs kannst Du die körperlichen Ursachen Deiner Depression bestimmen.

 

Ursachen werden von der Medizin oft vernachlässigt

Um noch einmal auf den Vergleich mit den Kopfschmerzen zurückzukommen: Wenn Du weißt, dass Deine Kopfschmerzen das Resultat einer Rückenverspannung ist, kannst Du mit Sport oder Physiotherapie gegen Dein Rückenproblem vorgehen. Die Kopfschmerzen müssten dann der Vergangenheit angehören. Sollten die Schmerzen wiederkehren, ist eventuell gar nicht Dein Rücken die Ursachen gewesen und Du musst noch weiter forschen, beziehungsweise die Ärzte bitten, Dich noch gründlicher zu untersuchen.

Leider ist es bei Depressionen gang und gäbe, nicht großartig nach den körperlichen Ursachen zu forschen. Begibt man sich mit einer Depression in eine schulmedizinische Praxis, bekommt man in der Regel ein Antidepressivum.

Wer meinen Blog schon länger verfolgt, weiß, dass mein Gang zum Arzt alles andere als förderlich beim Bekämpfen meiner Depression für mich war. Und eigentlich war es auch nicht nur ein Gang zum Arzt, sondern es waren gefühlte hunderte von Gängen zu hunderten von Ärzten. Und auch ist es nicht bei einem Antidepressivum geblieben, sondern man testete an mir gleich die ganze Palette an Psychopharmaka durch. Ohne großartige Erfolge.

Unter dem Einfluss einiger Antidepressiva fühlte ich mich sogar schlechter als zuvor. Deswegen sollte ich diese absetzen und neue versuchen. Aus meiner heutigen Perspektive kommt es mir fast wie ein Teufelskreis vor.

Eine wirkliche Forschung nach der Ursache meiner Depression hat so gut wie niemand aus der Medizin betrieben. Ein Facharzt für Neurologie und Psychiatrie kam auf die Idee, die Funktionsfähigkeit meiner Schilddrüse zu überprüfen. Aber da damit alles in Ordnung war, wurde mir attestiert, dass körperlich alles in Ordnung sei und dass sich ein Psychologe um die Ursache meiner Depression kümmern sollte.

 

Der eingegrenzte Blickwinkel der Psychologie

Ich machte zuerst eine kognitive Verhaltenstherapie. Der Psychologe versuchte, meine Gedanken auf die positiven Elemente meines Lebens zu lenken. Er schien davon auszugehen, dass meine Depression aufgrund einer Fehlinterpretation der Realität entstanden sei. Ich kann nicht behaupten, dass die Therapie schlecht für mich gewesen wäre. Allerdings endeten meine Sitzungen nach ein paar Monaten und verschwunden war meine Depression immer noch nicht.

Ich versuchte es dann mit einer Psychoanalyse. Der Psychologe wollte dann in meinem Leben und vor allem in meiner Kindheit die Ursache meiner Depression finden. Und klar! Natürlich hat er da was gefunden. Wessen Leben läuft auch schon perfekt? Es gibt doch immer irgendeinen Erziehungsfehler, den unsere Eltern begangen haben, auch wenn sie uns über alles lieben – wie es zumindest bei mir der glückliche Fall war. Und selbst wenn die Eltern alles richtig gemacht haben… Dann gab es vielleicht jemanden in der Schule, der uns gehänselt hat wegen unserer Brille, Zahnspange, großen Füße oder unseres kindlichen Speckbauchs. Was ich damit sagen möchte: Natürlich! Immer gibt es irgendein Ereignis in unserem Leben, dass uns psychisch nicht gut getan hat.

Der Psychologe war jedenfalls nach ein paar Sitzungen zufrieden, die Ursache meiner depressiven Störung gefunden zu haben und ich verbrachte über ein Jahr bis zu drei Mal wöchentlich in seiner Praxis. Im Nachhinein muss ich sagen, dass leider auch diese Therapie nur mäßigen Erfolg bei mir hatte.

 

Ursachen von Depressionen

Nachdem mich also sowohl die Medizin als auch die Psychologie „im Stich gelassen hatten“, gab es für mich nur noch zwei Alternativen:

1) Aufgeben (was ich zum Glück nicht gemacht habe!)
2) Ursachen-Forschung betreiben

Wer mich und meine Geschichte schon kennt, weiß, dass ich nach intensiver Forschung und Weiterbildung auf dem Gebiet der psychischen Störungen und insbesondere der Depression schließlich die Lösung für mich gefunden habe. In meinem Fall half mir Sport und eine Umstellung meiner Ernährung, wobei insbesondere die Einnahme von Aminosäuren die Lösung zu meinem Problem darstellten. Denn meine Depression basierte auf einem biochemischen Ungleichgewicht in meinem Körper.
Das könnte auch bei Dir der Fall sein, es könnten aber auch noch andere Gründe hinter Deiner Depression stecken. Ich habe bereits in einem anderen Artikel ausführlicher über die facettenreichen Ursachen von Depressionen geschrieben. Deswegen möchte ich es an dieser Stelle mal stichpunktartig zusammenfassen.

Eine Depression kann unter anderen durch Folgendes hervorgerufen werden:

  1. Hormone
  2. Ungesunde und einseitige Ernährung
  3. Vitamin- und Nährstoffmangel
  4. Mangel an Fettsäuren
  5. Mangel an Aminosäuren
  6. Störungen der Neurotransmitter
  7. Allergien
  8. Schimmel- oder andere Pilze
  9. Gehirnerkrankungen
  10. Umweltgifte und Ablagerungen von Schwermetallen
  11. Stress und Dauerbelastungen
  12. Schlafstörungen
  13. Körperliche Krankheiten
  14. Nebenwirkungen von Medikamenten
  15. Schilddrüsenunterfunktionen
  16. Verlust und Kummer
  17. Traumata
  18. Bewegungsmangel

 

Abschließende Tipps und Hinweise

Wie Du also siehst, kann eine Depression als Symptom betrachtet werden, dem ganz unterschiedliche Störungen, Krankheiten, Ungleichgewichte oder Ähnliches zugrunde liegen. Deswegen ist das typische Behandlungsschema aus Antidepressiva und/oder Psychotherapie meiner Ansicht nach nicht ausreichend. Vor allem Antidepressiva stellen nur vorübergehende „Symptom-Beseitiger“ dar.

Meine Depression ist deswegen niemals wirklich durch Psychopharmaka besiegt worden. Erst nachdem ich die wirklichen Ursachen gefunden hatte, ging es mir nahezu schlagartig besser. Sollten Antidepressiva und Psychotherapie auch Dir nicht helfen, rate ich Dir, die Ursachen Deiner Depression zu erforschen.

Aber Achtung: Eine Depression ist ernst zu nehmen. Unternimm bitte keine Experimente an Dir selbst, ohne Dein Vorhaben zuvor mit Deinem Arzt, Therapeuten oder Heilpraktiker abzusprechen. Sollten diese kein offenes Ohr für Deine Vorschlage haben, such Dir einen Fachmann, der Dir zuhört.

Verlass dich aber auch auf keinen Fall nur darauf, was der Doktor sagt.

Wir können die körperlichen Ursachen einer Depression erkennen und sie behandeln. Wenn Du wieder die volle Lebensqualität herstellen und glücklich sein willst, musst Du die körperlichen Ursachen Deiner Depression herausfinden.

An dieser Stelle nochmal ein Gesundheitshinweis von mir: Natürlich ist es möglich, dass Dir Antidepressiva oder eine Psychotherapie aus Deiner Depression heraushelfen oder bereits herausgeholfen haben. Wenn das bei Dir der Fall ist, unterbrich Deine Therapie nicht einfach und setz die Medikamente nicht ohne Rücksprache ab.

Aber, wie Du siehst, können Depressionen von zahlreichen Aspekten hervorgerufen werden.

Die Lösung, um Deine Depression zu überwinden ist nicht nur Willenskraft. Es ist nichts von dem Mist, den wir hören, wie“Du musst diese und jene Denkweise üben und positiv denken“. All dieses Zeug zählt nicht, wenn Du nicht die körperlichen Ursachen Deiner Depression kennst.

Das bedeutet, Du kannst nicht einfach positiv denken und Dich gut fühlen, wenn Du einen VitaminB-12 Mangel hast. Du leidest dann trotz allem positiven Denkens immer noch an einem VitaminB-12-Mangel.

Auch die beste Gesprächstherapie kann Dir nicht helfen, wenn Dein Gehirn aufgrund von Mangelerscheinungen wichtiger Vitamine, Mineralien oder Aminosäuren nicht richtig funktioniert.

Wenn Du einen Mangel an Magnesium hast, kann das Angstzustände auslösen. Du fühlst Dich möglicherweise depressiv und kannst nicht schlafen. Du fühlst Dich depressiv, weil Dein Körper Magnesium braucht. Die Angstzustände und die Depression ist dann das Symptom Deines Magnesiummangels.

Biochemisch betrachtet kannst Du nicht an an einer Gleichgewichtsstörung Deiner Neurotransmitter leiden leiden und Dich trotzdem dauerhaft glücklich fühlen. Depressionen, Angst, Stimmungsschwankungen, Antriebslosigkeit, Konzentrationsprobleme und Müdigkeit sind nur einige Probleme, die ein Neurotransmitter-Ungleichgewicht auslösen kann. Solange Du dieser Sache nicht auf den Grund gehst, wird auch keine Besserung in Sicht sein.

Ich erkläre es gerne so: Es ist, als wenn Du einem Betrunkenen sagst: „So, jetzt hör` auf betrunken zu sein.  Sei jetzt bitte sofort nüchtern “ Es wird sich an seinem Zustand nichts ändern, bis der Alkohol aus dem Körper abgebaut ist und die biochemischen Prozesse in seinem Gehirn wieder im Gleichgewicht sind.

Man kann nicht durch reines Denken nüchtern werden. Das Gleiche gilt für die Depression.

Aber: Die Wiederherstellung der Funktionen liegen in Deiner Hand.

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