Depression: Welche Ursachen und Auslöser stecken dahinter?

Heute möchte ich mit Dir über ein Thema reden, über das mit mir während meiner jahrelangen Depression so gut wie niemand gesprochen hat: die Ursachen und Auslöser für Depressionen. Und so kam es, dass in meinem Kopf immer wieder dieselben Fragen kreisten. Warum hat es gerade mich erwischt? Was habe ich falsch gemacht? Was ist in meinem Leben schief gelaufen? Ist irgendjemand anderes Schuld an meinen Depressionen?

Was bei mir zur Heilung meiner Depressionen geführt hat, war das Wissen, warum Depressionen entstehen und was sie genau auslösen kann. Meinen Ärzten und Therapeuten hingegen schien es fast ein wenig egal zu sein, was genau hinter meinen Depressionen steckt. Sie hielten es wohl für unerheblich in Bezug auf meine Therapie. Schließlich lautet das Allgemeinrezept bei Depressionen Psychotherapie und Psychopharmaka.

Erst nach meinen eigenen Recherchen kam ich schließlich den Ursachen und Auslösern meiner Depression auf die Spur.

 

Wissen aus eigener Erfahrung und Fachliteratur

Meine Depression belastete mich in meinem Beruf und in meinem Privatleben über acht Jahre lang. Ich konnte meinen Alltag nicht mehr bewerkstelligen – und das, obwohl ich schon seit Jahren psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nahm und schon etliche Sorten an Psychopharmaka ausprobiert hatte.

Erst diverse Seiten im Internet (vornehmlich aus dem US-amerikanischen Raum) und zahlreiche Ratgeber sowie (populär-)wissenschaftliche Literatur zum Thema Depression haben mir schließlich geholfen, mir selbst ein Bild über Depressionen zu machen.

Mit dem Wissen über deren mögliche Ursachen und Auslöser bin ich schließlich meiner eigenen Depression auf den Grund gegangen. Denn wie soll man eine psychische Störung bekämpfen, ohne deren Ursache zu kennen? Mir wurde klar, dass man jahrelang versucht hatte, lediglich die Symptome zu behandeln.

Bei meinen Recherchen erfuhr ich, dass man zwischen Auslösern einerseits und Ursachen anderseits unterscheiden kann. Die Ursachen der Depression sind meist als längerfristig einwirkende Aspekte einzustufen. Man differenziert zwischen genetischer Veranlagung, psychosozialen Faktoren sowie neurobiologischen Störungen.

Kommt hierzu ein belastendes Ereignis (wie zum Beispiel eine Trennung, Arbeitslosigkeit oder der Tod eines Nahestehenden), das die Depression zum Ausbruch bringt, wird dieses Ereignis als Auslöser klassifiziert. Manchmal brechen Depressionen jedoch auch aus, ohne dass ein Auslöser zu erkennen ist.

Mein Psychotherapeut hatte seit einer halben Ewigkeit versucht, in meiner Lebensgeschichte belastende Ereignisse zu finden. Er suchte also nur nach psychosozialen Faktoren. Genetische oder neurobiologische Ursachen schienen weder ihn, noch meinen Arzt wirklich zu interessieren. Nur wegen meiner Schilddrüse hatte man mal gefragt.

Nachdem ich dann sozusagen „Ursachen-Forschung“ meiner eigenen Depression betrieben hatte, ging alles ganz schnell. Ich war echt erstaunt, wie simpel, ja nahezu banal die Ursachen für selbst schwere und hartnäckige Depressionen sein können.

Ich bat den Arzt um einige Untersuchungen und Laboranalysen. Innerhalb kürzester Zeit wurde bei mir ein Mangel an Vitamin B12, Magnesium, Zink und Vitamin D festgestellt. Außerdem habe ich bei mir eine leichte Gluten-Unverträglichkeit festgestellt. Durch meine Lektüre hatte ich außerdem von der Möglichkeit erfahren, die Stimmung mithilfe von Aminosäuren wieder in ein positives Gleichgewicht zu bringen.

Mit diesem Wissen bin habe ich dann meine Ernährung umgestellt und Nahrungsergänzungsmittel eingenommen. Es dauerte nur wenige Wochen und ich fühlte mich nach langer Zeit das erste Mal wieder richtig gut.

 

Gesundheitshinweis – Du verdienst jede Hilfe!

Mir liegt Deine Gesundheit am Herzen. Deswegen habe ich selbstverständlich gut recherchiert. Trotzdem ersetzt mein Artikel keine individuelle medizinische Abklärung. Wenn Du bislang keine fachliche Unterstützung durch einen Arzt, Psychotherapeuten oder Heilpraktiker in Anspruch genommen hast, solltest Du das dringend nachholen. Gehe Deine psychischen Probleme auf keinen Fall „auf eigene Faust“ an. Eine Depression ist eine schwerwiegende Krankheit, die im schlimmsten Fall – nämlich bei Suizid – tödlich verlaufen kann. Mein Rat lautet zwar, dass Du Dein Schicksal nicht ausschließlich in die Hände der Ärzte und Therapeuten legen sollst, belasse es aber auch nicht nur in Deinen!
Im Folgenden werde ich Ursachen und Auslöser von Depressionen erläutern. Diese Erklärungen können Dir bei einem Gespräch mit Deinem Arzt oder Therapeuten helfen. Versuch einfach mit Ihnen auf Augenhöhe zu sprechen. Du bist von einer psychischen Störung betroffen, aber noch lange kein hilfloses Opfer! 

 

1. Hormone

Dass Hormone sich auf die Stimmung auswirken können, ist wohl allgemein bekannt. Gerade Frauen leiden häufig unter derart begründeten Depressionen. Eine sehr verbreitete Form der Depression, die unter anderem durch Hormone ausgelöst wird, ist die Postpartale Depression, auch Wochenbettdepression genannt, die – je nach Quelle – bei bis zu 20 Prozent aller Mütter nach der Entbindung auftritt. Ähnliche Depressionsformen sind während der Wechseljahre möglich. Hier gelten Hormonveränderungen wie die Einstellung der Östrogenproduktion als Ursache für die Depression. Männer bleiben ebenfalls nicht immer von dieser Depressionsform verschont. Bei ihnen ist es die nachlassende Produktion von Testosteron, die die Erkrankung auslösen kann. Aber auch unabhängig von Geburt und Wechseljahren ist das hormonell bedingte Auftreten von Depressionen verbreitet. Sehr häufig ist eine Schilddrüsenfehlfunktion verantwortlich für ein Ungleichgewicht der Hormone und löst somit eine Depression aus. Aber dazu gleich noch mehr.

 

2. Ungesunde und einseitige Ernährung

Weiterverarbeitete Produkte und vor allem industrielle Fertignahrung stehen an der Spitze der Krankheitsauslöser. Es ist also nicht nur das gelegentliche Fastfood, das Dich krank machen kann. Konservierungsstoffe, Pökelsalze und andere Nahrungsmittelzusätze können entweder direkt oder durch den Umweg über eine gestörte Darmfunktion eine Depression hervorrufen. Abgesehen von der industrialisierten Nahrung ist es auch die einseitige Ernährung. Viel zu viele Kohlehydrate, Fett und Zucker erhöhen Forschern zufolge ebenfalls das Risiko, an einer Depression zu erkranken.

 

3. Vitamin- und Nährstoffmangel

Depressionen sind allerdings nicht nur durch einseitige Ernährung und Zusatzstoffe bedingt. Auch die Qualität unserer Speisen leistet ihren Beitrag. Obst und Gemüse enthalten heutzutage zum Beispiel längst nicht mehr so viele Nährstoffe und Vitamine wie noch vor einigen Jahrzehnten. Eine vitaminschädliche Aufbewahrung und Zubereitung unserer Nahrung spielt ebenfalls eine Rolle. Unabhängig davon gibt es eine Vielzahl von Vitaminräubern, beispielsweise Zucker, Alkohol oder Nikotin. Akute und chronische Erkrankungen gehen teilweise mit einem erhöhten Vitaminverbrauch oder einer gestörten Vitaminaufnahme einher. Ehe Du jedoch jetzt zu Vitaminpillen greifst, ist es sinnvoll, durch ein großes Blutbild abzuklären, ob bei Dir ein Mangel besteht, der eine Depression ausgelöst haben könnte. Magnesium, Vitamin B12, Vitamin D, Eisen, Folsäure und Jod gehören zu den Hauptverdächtigen.

 

4. Mangel an Fettsäuren

Wahrscheinlich hast Du es auch schon gehört: Fett ist schlecht! Das dachte auch ich jahrelang. Zum Teil stimmt es natürlich, fette Ernährung ist nicht gesund. Es gibt aber auch hochwertige Fette, die für den Körper lebenswichtig sind. Denn um voll leistungsfähig in allen Funktionen zu sein, benötigt unser Gehirn ausreichend Fettsäuren. Werden diese nicht ausreichend aufgenommen, können Depressionen ausgelöst werden. Insbesondere Omega-3-Fettsäuren tragen zur Konzentrations-, Merk- und Aufnahmefähigkeit bei. Sie wirken sich außerdem auf Stimmung und Psyche aus.

 

5. Aminosäuren und Depression

Du kennst Aminosäuren aus dem Fitnessstudio? Stimmt! Aminosäuren sind nämlich maßgeblich am Muskelaufbau beteiligt, sind gut für die Gelenke und unterstützen außerdem unsere physische Leistungsfähigkeit. Vor allem aber sind Aminosäuren unerlässlicher Bestandteil einer Kette an überlebenswichtigen Funktionen unseres Körpers. Fehlen Aminosäuren in unserem Körper, so können Folgen wie Leistungsabfall, Stoffwechselstörungen und Depressionen die Folge sein. Einige Aminosäuren stehen beispielsweise in direktem Zusammenhang mit der Produktion des so genannten Glückshormons Serotonin. Andere sind für Motivation und Antrieb verantwortlich. Du kannst Dir also vorstellen, was passiert, wenn diese Aminosäuren fehlen: die klassischen Symptome einer Depression werden sichtbar.

 

6. Neurotransmitter – Botenstoffe in unserem Körper

Als biochemische Stoffe sorgen Neurotransmitter dafür, dass lebenswichtige Reize von einer Nervenzelle zur anderen weitergegeben und bei Bedarf verstärkt werden. Eine Vielzahl von Gruppen und Einzelstoffen gehören zu diesen Neurotransmittern: insbesondere Serotonin, Dopamin und Noradrenalin, ferner auch Peptide und Opioide, wie der natürliche Glücksstoff Endorphin. Spätestens jetzt wird Dir wahrscheinlich durch die Aufzählung klar, dass eine Störung in diesem anfälligen System zum Auslöser einer Depression werden kann.

 

7. Allergien

Psychische Störungen werden noch viel zu selten mit Allergien in Verbindung gebracht. Nun mehren sich aber die wissenschaftlichen Beweise, dass eine durch Allergien gestörte Darmfunktion wesentlich an Depressionen beteiligt sein kann. Achte auf einige Zeichen, wenn Du eine solche Ursache bei Dir vermutest: Ist die Antriebsschwäche im Frühjahr wirklich die berüchtigte Frühjahrsmüdigkeit? Oder ist es nicht vielmehr so, dass Du bereits seit Wochen unter einer Pollenallergie und den entsprechenden Kreuzallergien auf Nahrungsmittel leidest? Ein Allergietest kann hier erste Aufschlüsse bringen, wenngleich die Ergebnisse nicht zwingend etwas darüber aussagen, ob die Reaktion im Test tatsächlich zu einer Alltagsbelastung führt. Auch weitere Nahrungsmittelallergien wie gegen Gluten, Laktose oder Gewürze können Anzeichen einer Depression mit sich bringen.

Nah mit Nahrungsmittelallergien verwandt ist die Histamin-Intoleranz. Hier ist bei den Patienten der Histamin-Abbau im Darm gestört. Es werden zu wenig Diaminoxidase gebildet, teils sind diese wichtigen Enzyme einfach inaktiv. Dies führt dazu, dass Histamine, die wir alle mit unseren Nahrungsmitteln aufnehmen, nicht ausreichend abgebaut werden. Neben Darmbeschwerden wie Blähungen, Reizdarm oder Durchfällen können sich Hautreaktionen zeigen. Stellst du im ähnlichen Zeitabschnitt Symptome einer Depression fest, ist dies vielleicht eine weitere Folge der Histamin-Intoleranz. Auslöser können lang gereifter Hartkäse, Wurst, Alkohol, Fertiggerichte oder Schokolade sein.

 

8. Schimmel- und Hefepilze

Auch wenn es seltsam klingen mag, ist eine Besiedelung von Pilzen in unserem Darm für dessen gesunde Funktion zunächst einmal wichtig. Bei einer Überzahl an Hefepilzen sowie bei allergischen Reaktionen auf diese Pilze entstehen aber teils ernste gesundheitliche Störungen: eine so genannte Kandidose. Darmfunktionsstörungen, rheumatische Erkrankungen, Asthma sowie Depressionen können die Folge sein. Auch Schimmelpilze außerhalb unseres Körpers bergen diese Gefahr, beispielsweise in nicht ausreichend gelüfteten Wohnungen. Neben dem Gesundheitscheck kann deshalb auch eine Wohnraumuntersuchung Aufschluss darüber bringen, ob Pilze im konkreten Fall die Ursache einer Depression sind.

 

10. Gehirnerkrankungen

Nichts ist so anfällig wie das Gehirn. Neben einer Mangelversorgung tragen auch Erkrankungen dazu bei, dass es in seiner Funktion beeinträchtigt wird. Selbst als Spätfolgen nach einer schweren Gehirnerschütterung oder gar einem Schädelbruch können Depressionen auftreten. In zunehmendem Alter führen Ablagerungen in den Blutgefäßen oder sich langsam verändernde Gehirnzellen mitunter ebenfalls dazu, dass zusätzlich zur eigentlichen Erkrankung eine Depression entsteht.

 

11. Umweltgifte und Ablagerungen von Schwermetall

Neben der Leber erweist sich unser Gehirn als Sammelstelle und Lagerplatz für Umweltgifte. Allen voran sind dies Schwermetalle, die wir mit unserer täglichen Nahrung zu uns nehmen. Überprüft werden sollte im Fall einer Depressionserkrankung grundsätzlich, ob eine solche Belastung im Körper vorliegt, beispielsweise durch Amalgam aus alten Zahnfüllungen. Eine gründliche Diagnostik und eine anschließende Ausleitung können hilfreich sein, die daraus resultierende Depression zu lindern.

 

12. Stress und Dauerbelastung

Stress ist für den menschlichen Körper kurzfristig gut zu verkraften. Der immer hektischer werdende Alltag in einer immer schnelleren Welt ist jedoch mittlerweile für viele von uns normal geworden. Unsere moderne Leistungsgesellschaft, aber auch unser eigener Anspruch an uns tragen hier durchaus ihren Teil bei. Stress ist kein kurzfristiges Phänomen mehr, sondern ist zur stetigen Dauerbelastung geworden, wir sind komplett überfordert. Auf erste Anzeichen wird kaum geachtet. Erst der berüchtigte Burn Out, der oftmals nichts anderes als eine Depression ist, macht uns aufmerksam. Aber auch der Bore Out, der durch Unterforderung entsteht, gilt als Auslöser einer Depression. Unzufriedenheit, egal ob beruflich oder privat, ist ein fruchtbarer Boden für Depressionen. Solltest Du Dich hier wiedererkennen, können Dir Entspannungstechniken wie Mediation, Autogenes Training und Yoga oder anderer Sport helfen. In schwierigen Fällen hilft nur ein Jobwechsel aus der Depression.

 

 

13. Schlaflosigkeit

Neue Studien weisen darauf hin, dass eine Schlafstörung das Risiko verdoppelt, an einer Depression zu erkranken. Und hier dreht sich die Spirale. Denn Depressionen führen wiederum zu schlechtem, wenig erholsamem Schlaf. Forscher haben herausgefunden, dass das Gehirn sich bei depressiven Menschen selbst während der Schlafphase nicht entspannt. Schlafstörungen gelten außerdem als eines der typischsten Symptome einer Depression. Und das kommt nicht von ungefähr, denn Schuld kann ein Ungleichgewicht in Deinem biochemischen Haushalt sein. Das so genannte Schlafhormon Melatonin wird nämlich auf der Basis von Serotonin gebildet. Wie ich schon weiter oben erklärt habe, ist Serotonin ein Glückshormon. Bei Depressionen wird oft ein Serotonin-Mangel festgestellt. Ist also nicht genügend Serotonin vorhanden, fehlt dieses für die Melatonin -Produktion. Einschlaf- oder Durchschlafprobleme sind die Folge.

 

14. Körperliche Krankheiten (Komorbidität)

Selbst bei kleineren Erkältungskrankheiten fühlen Menschen sich oft schon richtig elend – und das nicht nur körperlich, sondern auch die Stimmung ist im Keller. Bei Patienten chronischer Erkrankungen schlagen Verstimmungen nicht selten in Depressionen um. Betroffen sind insbesondere Patienten chronischer Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Erkrankungen des Skeletts, Herzerkrankungen oder Krebs. Des Weiteren gibt es Krankheiten, bei denen eine depressive Verstimmung oft zum Krankheitsbild gehört. 

  • Schlafapnoe
  • Diabetes
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Pfeiffer`sches Drüsenfieber
  • Essstörungen wie Magersucht
  • Herzkrankheiten
  • Krebs
  • Schlaganfall
  • Parkinson-Krankheit
  • Alzheimer-Krankheit 

 

15. Nebenwirkung von Medikamenten

Dass Medikamente keineswegs nur positive Wirkungen erzeugen, ist Dir wahrscheinlich ebenso klar wie mir. „Nebenwirkungen“, heißt hier das Stichwort. Auch Depressionen können als Nebenwirkung auftreten. Nachgewiesen wurde dies bereits für zahlreiche Medikamentengruppen. Zu den risikobehafteten Produkten gehören Medikamente gegen Hepatitis C, gegen Malaria und Epilepsie, Cholesterinsenker und selbst Mittel gegen starke Akne zu den. In der Regel verschwinden mit dem Absetzen die Nebenwirkungen. Eine Ausnahme stellen Antidepressiva dar, die unter Verdacht stehen, Depressionen zu chronifizieren.

Bekannte Arzneimittelgruppen, zu deren Nebenwirkungen Depressionen gehören sind:

  • Benzodiazepine
  • Tranquilizer/Sedativa
  • Betablocker
  • Anti-Histamine
  • Antibabypille
  • Steroide
  • Neuroleptika
  • Antihypertonika
  • nichtsteroidale Antirheumatika 

16. Schilddrüsenunterfunktion

Heute ist es Standard, bei einer psychischen Erkrankung einen Schilddrüsenfunktionstest zu machen. Denn man hat erkannt, dass Schilddrüsenunterfunktionen ursächlich mit Depressionen im Zusammenhang stehen. Bei leichteren Formen der Unterfunktion können sich Antriebsschwäche, Müdigkeit und fehlende Lebensenergie zeigen. Das liegt daran, dass die Schilddrüse Hormone bildet, die den Stoffwechsel regulieren und die Zellen im menschlichen Körper anregen. Das gilt ebenfalls für die Hirnzellen, die wiederum für die Produktion der Katecholamine verantwortlich sind, von denen ich Dir schon weiter oben unter dem Punkt „Bewegungsmangel“ erzählt habe. Wird bei Dir eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt, solltest Du beobachten, ob sich Dein Befinden ändert, wenn Du Schilddrüsenmedikamente einnimmst. Sollte dies nicht der Fall sein, musst Du Schilddrüse und Depression unabhängig voneinander behandeln lassen.

Diese Liste von 19 möglichen Ursachen sollte jeder Betroffene oder Angehöriger klären.

 

Auslöser von Depressionen

Verlust und Kummer

Verlust und Kummer aus akutem Anlass gelten als klassische Auslöser von Depressionen. Selbstverständlich ist es normal, Kummer und Trauer zu empfinden, der im Zusammenhang mit nahen Angehörigen steht. Auch Verluste, sei es der vom Arbeitsplatz, vom geliebten Haustier oder durch Trennungen und Todesfälle, können uns ganz schön mitnehmen. Negative Gefühle sind erst einmal menschlich. Problematisch wird es jedoch, wenn Du in ein tiefes Loch fällst, aus dem Du nicht mehr herauskommst. Sollten Dich Freunde und Familienmitglieder darauf ansprechen, dass es Zeit ist, zurück ins Leben zu finden, dann ist das ein ernstes Anzeichen dafür, dass die Depression von Dir Besitz ergriffen hat und Du etwas dagegen unternehmen solltest.

 

Traumata in der Kindheit

Wenn es in der Kindheit – vor allem im frühen Stadium – zu seelischen Verletzungen, einschneidenden Erlebnissen oder gar tiefen Traumata kam, bleibt in vielen Fällen eine tiefe Narbe zurück. Nicht selten erwächst hieraus, oft erst Jahre oder Jahrzehnte später, eine schwere Depression. Vielleicht ist Dir selbst Dein Trauma gar nicht bewusst, das erschwert die Diagnose und die Suche nach der Ursache. Offene Unterhaltungen im Familien- und Bekanntenkreis, eine Gesprächstherapie, eine Rückführung in Hypnose oder ähnliche bewährte Methoden können die ersten Schritte sein, diese verborgenen Ursachen der Depressionserkrankung aufzuspüren.

Bewegungsmangel

Auch zu wenig Bewegung kann Deine Depression verursacht haben. Körperliche Anstrengung regt nämlich die Produktion der Katecholamine an, zu denen Adrenalin, Dopamin und Noradrenalin zählen. Die beiden letztgenannten Botenstoffe gelten als Glückshormone. Außerdem wirken Katecholamine erregend und somit motivierend. Insbesondere bei einer Depression, die mit Antriebslosigkeit einhergeht, sind diese Stoffe oft in zu geringer Konzentration vorhanden. Nicht zuletzt hat Sport aber auch einen weiteren Nebeneffekt: Du tust etwas für Dich und Deinen Körper. Wichtig ist eine regelmäßige sportliche Betätigung, die immer wieder das gute Gefühl vermittelt, etwas aus eigenem Antrieb geleistet zu haben.

 

Abschließende Tipps für Deine Depression

Vielleicht hast Du Dir beim Durchlesen der Ursachen schon bei einigen Punkten gedacht, dass dieser Aspekt genau auf Dich zutreffen könnte. Sprich dies auf jeden Fall mit Deinem Arzt oder Therapeuten ab, damit Du mit ihm oder ihr gemeinsam überlegen kannst, wie Du Deine Depression gezielt therapieren kannst.

Aus eigener schmerzlicher Erfahrung kann ich sagen, dass die wenigsten Ärzte ihre Patienten nach den aufgelisteten Ursachen und Auslösern fragen beziehungsweise sie diesbezüglich untersuchen. Dabei ist es viel zielführender, die Ursachen der Depression abzuklären und diese gezielt zu behandeln, anstatt einfach Psychotherapie und Antidepressiva zu verordnen.

 

Literatur und weiterführende Informationen: