Johanniskraut gegen leichte Depressionen

Ein pflanzliches Mittel, das zuverlässig bei leichten Depressionen hilft – und das ohne schwere Nebenwirkungen? Das sollte ein guter Grund sein, sich diese Heilpflanze und die aktuelle Studienlage einmal näher anzuschauen: Was hat es also mit Johanniskraut auf sich und wie wirksam ist es im Vergleich zu herkömmlichen Antidepressiva?

Johanniskraut gilt traditionell als stimmungsaufhellend. Die antidepressive Wirkung wird schon seit Jahrtausenden geschätzt und viele Menschen haben gute Erfahrungen mit der Einnahme von Johanniskraut gemacht. Sie greifen besonders in den Wintermonaten gerne zu Johanniskraut-Tee und Kapseln, um einer Winterdepression vorzubeugen.

Ich selbst habe Johanniskraut aufgrund dieser vielen positiven Meinungen auch ausprobiert. Leider hat es mir bei meiner schweren Depression nicht geholfen.

Das spricht nicht gegen die Wirksamkeit der Heilpflanze, denn diese Erkenntnis deckt sich mit aktuellen Studienergebnissen: Mittlerweile gibt es hunderte von Studien über die Heilkraft von Johanniskraut, von denen ein Großteil die Wirksamkeit bei leichten bis mittleren Depressionen bestätigt. Die Wirksamkeit bei schweren Depressionen ist bisher jedoch nicht eindeutig belegt.

Was passiert bei einer Depression. Wie können Medikamente helfen?

Etwa 15-20% der Menschen leiden einmal in ihrem Leben an einer Depression. Depressionen können entstehen, wenn im Gehirn zu wenige Botenstoffe wie Dopamin, Noradrenalin und Serotonin ausgeschüttet werden.

Denn Johanniskraut wirkt ähnlich wie herkömmliche Selektive-Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Diese Mittel verhindern, dass freigesetztes Serotonin wieder von den Gehirnzellen aufgenommen und anschließend abgebaut wird. Das führt zu einer höheren Konzentration des Serotonins im Gehirn. Es steht Dir als Wirkstoff zur Verfügung und sorgt dafür, dass Du Dich besser fühlst.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Antidepressiva setzt die Wirkung des Johanniskrauts erst nach einigen Wochen regelmäßiger Einnahme ein. Du brauchst als ein wenig Geduld, bis Du eine Verbesserung spürst.

Die Studienlage

Tradition und Erfahrungswerte alleine sind kein Beweis für eine objektive Wirksamkeit. Deshalb werden immer wieder wissenschaftliche Studien durchgeführt, um die Wirkung objektiv zu beweisen. Mittlerweile gibt es eine beachtliche Anzahl an Studien, die sich mit der Einnahme von Johanniskraut bei Depressionen befassen.

Da diese Studien alle unterschiedliche Herangehensweisen haben und es keinen einheitlichen Standard gibt, lassen sich die einzelnen Ergebnisse schwer miteinander vergleichen.

Um die Ergebnisse dennoch einzuordnen und zu einem aussagekräftigen Ergebnis zu kommen, führte die Cochrane Collaboration im Jahr 2009 eine systematische Auswertung der wichtigsten sogenannten randomisiert-kontrollierten Studien durch.

Von den berücksichtigten 29 Studien stammen insgesamt 23 aus Europa. Der Rest kommt aus Kanada, Brasilien und den Vereinigten Staaten. Insgesamt 5489 Personen mit leichten bis mittelschweren Depressionen nahmen an den Studien teil, die jeweils zwischen vier und 12 Wochen dauerten.

Die Auswertung ergab, dass Johanniskraut-Präparate wesentlich besser wirken als Placebos – das sind Scheinmedikamente ohne Wirkstoff.

Erstaunlich: Johanniskraut wirkt ab einer bestimmten Dosis genauso effektiv wie herkömmliche Antidepressiva. Vor allem bei Patienten mit leichten und mittleren Depressionen besserten sich die Symptome deutlich. Die Nebenwirkungen der Johanniskraut-Präparate waren verglichen mit den herkömmlichen Medikamenten milder und weniger ausgeprägt.

Da die Studien maximal 12 Wochen dauerten ergaben sich keine eindeutigen Ergebnisse, wie Johanniskraut als Langzeittherapie wirkt und ob es nach dem Absetzen des Wirkstoffs zu einer erneuten depressiven Störung kommt.

Die Autoren der Cochrane-Collaboration weisen auch daraufhin, dass die positive Einstellung mancher Studienleiter zu pflanzlichen Mitteln einzelne Studien verzerrt haben könnte. Interessanterweise belegen Studien aus dem deutschsprachigen Raum eher eine Wirksamkeit als Studien aus den USA oder anderswo. Das hängt wahrscheinlich mit der langjährigen Verwendung der Pflanze hier bei uns zusammen.

Ein Update dieser Ergebnisse erfolgte im Jahr 2014: Ein weiteres Forschungsteam hat insgesamt 35 Studien systematisch ausgewertet und die Ergebnisse zusammengefasst.

In dieser Auswertung wurden die Daten von 6993 Patienten mit leichten bis mittelschweren Depressionen erfasst, die an den unterschiedlichen Studien teilgenommen haben. Die Ergebnisse bestätigen die Auswertung von 2009: Johanniskraut wirkt bei leichten Depressionen ähnlich gut wie herkömmliche Antidepressiva. Auch diese Studienauswertung ergibt keine aussagekräftigen Ergebnisse zu Langzeittherapien.

Da die Studien mehrheitlich bestätigen, dass Johanniskraut in einer Kurzzeittherapie genauso hilft wie herkömmliche Antidepressiva, bestehen bei einigen Forschern mittlerweile Zweifel, inwieweit die Gabe herkömmlicher Antidepressiva für Patienten mit leichten Depressionen überhaupt sinnvoll sind.

Bei beiden Studien haben zudem nur wenige Teilnehmer die Therapie mit Johanniskraut wegen starker Nebenwirkungen abgebrochen. Bei chemischen Psychopharmaka lag die Zahl höher.

Angesichts der starken Nebenwirkungen vieler chemischer Medikamente sollte Johanniskraut besonders bei leichten Depressionen das Mittel der Wahl zu sein.

Die Forschung zu diesem Thema ist aber noch lange nicht abgeschlossen und es werden sicherlich weitere Studien folgen, die vielleicht noch eindeutigere Ergebnisse liefern.

Die Studienergebnisse im Überblick:

  • Johanniskraut wirkt besser als Placebos
  • Johanniskraut wirkt bei leichten bis mittleren Depressionen. Ab bestimmten Dosierungen ist die Wirkung von Johanniskraut mit herkömmlichen Antidepressiva gleichzusetzen
  • Johanniskraut hat deutlich weniger Nebenwirkungen als herkömmliche Antidepressiva
  • Langzeitbeobachtungen flossen nicht in die Ergebnisse mit ein

Fazit der Studienlage: Was fangen Betroffene mit dem Wissen an?

Die Wirkung bei leichten Depressionen scheint belegt zu sein. Besonders interessant finde ich den Vergleich zwischen herkömmlichen Antidepressiva und Johanniskraut. Grundsätzlich ist es wohl so, dass die Vorgänge im Gehirn sehr komplex sind. Welche Stoffe sich wie auswirken ist noch nicht ausreichend erforscht.

Wenn die Wirkung tatsächlich der eines Medikaments gleichkommt, ist Johnniskraut eine hervorragende Alternative – zumindest bei leichten Depressionen.

Die unterschiedliche Studienlage hat möglicherweise auch mit der Qualität und Verarbeitung der Pflanze zu tun. Es spricht viel dafür, dass hochwertiger Trockenextrakt aus der ganzen Pflanze die beste Wirkung zeigt. Wenn Du eine Therapie beginnst, achte deshalb auf hohe Qualität und nimm Produkte, die die gesamte Pflanze enthalten.

Was für eine Pflanze ist Johanniskraut überhaupt?

Das echte Johanniskraut heißt botanisch Hyperikum perforatum und wird seit jeher als Heilpflanze verwendet. Im Jahr 2015 hat sie es sogar zum Titel Heilpflanze des Jahres geschafft. Das klingt doch vielversprechend.

Johanniskraut ist eine krautige Pflanze die ursprünglich von Westasien über Amerika bis nach Europa verbreitet war. Heute ist sie nahezu überall vertreten. Ihr Name erinnert an Johannes den Täufer, denn ihre leuchtend gelben Blüten blühen um den Johannistag am 24. Juni. Von den 400 unterschiedlichen Arten besitzt nur die Hyperikum perforatum medizinische Wirksamkeit.

Die Pflanze ist anspruchslos und gedeiht im Beet genauso wie im Blumentopf. Sie bevorzugt sonnige Standorte und mag keine sauren Böden. Es ist eine mehrjährige Pflanze: Wenn Du selbst Johanniskraut anbauen möchtest, kannst Du Dich innerhalb weniger Jahre an einem stattlichen kleinen Strauch erfreuen.

Die heilkräftigen Teile der Pflanze sind die Blüten, die Knospen und die Zweigspitzen. Am besten erntest Du sie in der Blütezeit zwischen Ende Juni und August. Aus den frischen und getrockneten Pflanzenteilen kannst Du zum Beispiel Tee oder Öl herstellen.

Für eine effektive Therapie gegen leichte Depressionen greifst Du aber besser auf Mittel aus der Apotheke zurück. Dort kannst Du Dir bezüglich der Dosierung und Zusammensetzung sicher sein und genau die Menge zu Dir nehmen, die Du brauchst. Aber ein leckerer Tee aus selbstgezogenem Johanniskraut schmecht lecker und erfreut Dich an kalten Wintertagen.

Welcher Wirkstoff ist in Johanniskraut enthalten?

Einer der wirksamen Bestandteile des Johanniskrauts ist das sogenannte Hyperforin.
Da jedoch Hyperforin alleine keine Wirkung zeigt, vermuten die Forscher, dass eine Kombination verschiedener Stoffe zur medizinischen Wirkung führt – allen voran die Flavonoide, sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe, die entzündungshemmend sind. Bei Johanniskraut sind sie für die typische Rotfärbung verantwortlich. Reibe die frische Pflanze einmal zwischen Deinen Fingern, dann siehst Du, was ich meine.

Hyperforin greift in den Stoffwechsel des Gehirns ein und erschwert die Wiederaufnahme von Serotonin und Dopamin. Diese Botenstoffe bleiben so länger wirksam.

Folgende Stoffe sind in Johanniskraut enthalten:

  • Hyperforin
  • Hypericine
  • Flavonoide
  • ätherische Öle

 

Die Vorteile von Johanniskraut gegenüber chemischen Antidepressiva

Der größte Vorteil ist sicherlich die gute Verträglichkeit. Johanniskraut hat deutlich weniger Nebenwirkungen als herkömmliche Antidepressiva. Während chemische Antidepressiva oft müde machen, bleibt das bei Johanniskraut aus. Die beruhigende Wirkung kann sich jedoch positiv auf Dein Schlafverhalten auswirken.

Ein weiterer großer Pluspunkt ist, dass Johanniskraut nicht abhängig macht - weder psychisch noch körperlich. Das ist ein großer Vorteil gegenüber chemischen Mitteln. Nach erfolgreicher Therapie, kannst Du Johanniskraut problemlos absetzen ohne negative Auswirkungen zu befürchten. Du bekommst anschließend keine Entzugserscheinungen oder andere Probleme, wie sie bei herkömmlichen Psychopharmaka auftreten können.

Obwohl Studien nichts über die Wirksamkeit einer Langzeittherapie aussagen, ist die langfristige Einnahme bedenkenlos möglich. Wahrscheinlich ist es sinnvoll, das Präparat über einen längeren Zeitraum zu nehmen, bis Du Dich vollkommen stabil fühlst. Es ist aber kein Muss.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Du trotz Einnahme keinerlei Beeinträchtigung beim Autofahren oder beim Bedienen von Maschinen hast.

Eine Überdosierung mit Johanniskraut ist nach jetzigen Erkenntnissen nicht möglich. Beachte jedoch, dass sich Nebenwirkungen und Wechselwirkungen bei hohen Dosen verstärken können. Wenn Du zu große Mengen zu Dir genommen hast, gehe lieber auf Nummer sicher und schütze Dich effektiv vor Sonneneinstrahlung. Hohe Dosen von Johanniskraut können unter Umständen die Lichtempfindlichkeit Deiner Haut erhöhen.

 

Alle Vorteile von Johanniskraut im Überblick:

  • wirkt bei leichten Depressionen ähnlich gut wie herkömmliche Antidepressiva
  • ist gut verträglich und hat wenig Nebenwirkungen
  • ist für eine Langzeittherapie geeignet
  • macht weder psychisch noch körperlich abhängig
  • es treten keine Rückfälle nach dem Absetzen auf
  • eine Überdosierung ist nicht möglich
Mit Johanniskraut bleiben die üblichen Nebenwirkungen chemischer Psychopharmaka aus. Viele Patienten klagen nach der Einnahme herkömmlicher Antidepressiva über Wahrnehmungsstörungen, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. Diese unangenehmen Begleiterscheinungen treten bei der Einnahme von Johanniskraut nicht auf und Du kannst Deinen Tag ganz normal und ohne Einschränkungen meistern.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Johanniskraut:

Wie alle wirksamen Medikamente - egal ob pflanzlich oder chemisch - hat auch Johanniskraut Nebenwirkungen: Bei etwa einem von 10000 Anwendern führt die Einnahme zu empfindlicher Haut, der sogenannten Photosensibilisierung. Es kommt sehr selten vor, aber wenn Du hellhäutig bist, schütze Dich während der Johanniskraut-Therapie besonders vor Sonne. Es kann unter Umständen zu Hautveränderungen kommen, die einem Sonnenbrand ähneln.

Johanniskraut kann bei einigen Patienten zu Magen-Darm-Problemen und allergischen Reaktionen führen. Diese Nebenwirkung tritt selten auf und betrifft weniger als einen Patienten pro 1000 aber mehr als einen pro 10000 Anwender. Es kommt ebenfalls selten vor, aber bei einigen Patienten kehrt sich die Wirkung um und die Einnahme führt zu Unruhe und Müdigkeit.

Wenn Du schwanger bist oder Dich gerade in der Stillzeit befindest solltest Du Johanniskraut vorerst nicht anwenden. Für die Auswirkungen während der Schwangerschaft liegen bisher zu wenige Studien vor. Gehe lieber kein Risiko in und warte mit der Einnahme bis nach der Geburt. In der Schwangerschaft eignen sich andere Stoffe besser, mehr dazu, kannst Du hier nachlesen.

Auch während der Stillzeit solltest Du besser auf Johanniskraut verzichten. In Tierversuchen wurden hohe Konzentrationen des Stoffes in der Muttermilch festgestellt.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten:

Jetzt kommt ein wichtiger Punkt, den Du unbedingt beachten solltest: Johanniskraut hat die Eigenschaft, andere Medikamente unwirksam zu machen oder zu unerwünschten Wechselwirkungen zu führen. Es regt bestimmte Enzyme im Darm und in der Leber an, die dafür sorgen, dass die Wirkstoffe in Medikamenten schneller abgebaut werden. Sobald Du auf andere Medikamente angewiesen bist, solltest Du mit einem Arzt Rücksprache halten, ob sich die Heilpflanze mit Deinen anderen Therapien verträgt.

Es besteht zusätzlich der Verdacht, dass Johanniskraut die Wirkung hormoneller Verhütungsmittel herabsetzt: Das betrifft die Pille, aber auch Verhütungspflaster und Verhütungsringe. Eindeutige Studien zu diesem Thema gibt es zwar nicht, aber sicher ist sicher. Benutze während Deiner Therapie deshalb vorsichtshalber andere Verhütungsmethoden. Möglicherweise führt das Heilkraut bei Pillenanwenderinnen auch zu unerwünschten Zwischenblutungen.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Johanniskraut im Überblick:

  • selten kommt es zu erhöhter Sonnenempfindlichkeit
  • selten kommen Magen-Darm-Probleme vor
  • Wechselwirkungen und eine verminderte Wirkung von Medikamenten sind möglich ( siehe Liste unten)
  • setzt möglicherweise die Wirksamkeit von hormonellen Verhütungsmitteln herab
  • solltest Du nicht zusammen mit herkömmlichen Antidepressiva einnehmen
  • ist nicht nachweislich für schwere Depressionen geeignet

 

Die Wirkung folgender Medikamente kann durch Johanniskraut vermindert werden:

  • hormonelle Verhütungsmittel (Pille, Verhütungspflaster und Verhütungsringe)
  • Amitriplin, Nortriplin (Trizyklische Antidepressiva)
  • Indinavir, Nevirapin (AIDS / HIV-Therapie)
  • Sirolismus (z.B. nach Transplantationen)
  • Phenprocoumon, Warfarin (Blutgerinnungshemmer)
  • Digoxin
  • Midazolam
  • Imatinib, Irinotecan
  • Ciclosporin, Tacrolimus

Johanniskraut Kapseln, Tabletten oder Tee? Wie einnehmen?

Auf dem Markt gibt es unzählige Johanniskraut-Präparate: Vom Tee aus dem Bioladen über Tabletten aus dem Supermarkt bis hin zu Medikamenten aus der Apotheke ist alles verfügbar. Was eignet sich am besten?

Ein Tee ist angenehm zu trinken und hilft zusätzlich gegen Magen-Darm-Probleme. In der Winterzeit genossen kann er sicherlich gegen leichte Stimmungstiefs helfen. Für die Behandlung einer leichten Depression solltest Du auf hochwertige Kapseln oder Tabletten aus der Apotheke zurückgreifen. Achte darauf, dass das Medikament Trockenextrakt aus der ganzen Pflanze enthält, da dies die besten Ergebnisse in den Studien geliefert hat.

Auf Präparate aus dem Supermarkt oder aus der Drogerie verzichte lieber. Sie sind meist zu niedrig dosiert und sind möglicherweise nicht von hoher Qualität. Achte besser auf Arzneimittelqualität oder Produkte aus dem Bioanbau.

eit dem 1. April 2009 sind Johanniskraut-haltige Präparate teilweise verschreibungspflichtig, sofern sie zur Behandlung mittelschwerer Depressionen eingesetzt werden sollen. Präparate mit anderen Anwendungsgebieten, etwa gegen leichte depressive Verstimmungen, sind weiterhin ohne Rezept erhältlich.

Seit 2009 sind Johanniskraut-Produkte in Deutschland teilweise rezeptpflichtig, sofern sie gegen mittelschwere Depressionen eingesetzt werden sollen. Präparate gegen leichte depressive Verstimmungen sind weiterhin frei erhältlich.

Dosierung von Johanniskraut

Die Dosis ist entscheidend für eine gute Wirkung bei leichten Depressionen. In den Studien führten 600-900 mg Johanniskraut täglich zu den besten Ergebnissen - vergleichbar mit der Wirkung herkömmlicher Antidepressiva.

Studiere die Packungsbeilage und achte darauf, dass Dein Präparat Auszüge der echten Johanniskrautpflanze Hyperikum perforatum enthält - alle anderen Arten sind medizinisch unwirksam.

Wie lange dauert es, bis eine Wirkung eintritt?

Es dauert mindestens zwei bis vier Wochen, bis eine Wirkung eintritt.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten

Johanniskraut kannst Du auch äußerlich anwenden. Es hilft gegen Hautverletzungen und Verbrennungen.

Bei Frauen in der Menopause wirkt sich Johanniskraut positiv auf den Hormonhaushalt aus und wirkt Stimmungsschwankungen und depressiven Verstimmungen entgegen. Johanniskraut hat in Versuchen auch positive Ergebnisse bei Alzheimer gezeigt, da es dabei hilft, schädliche Stoffe im Gehirn abzubauen.

Fazit:

Wenn Du leichte vorübergehende Depressionen hast und keine weiteren Medikamente nimmst, dann kann Johanniskraut Dir gut helfen. Viele Studien bestätigen die Wirkung der Heilpflanze bei leichten Depressionen. Sie hat wenige Nebenwirkungen und ist allgemein gut verträglich.

Verlasse Dich aber nicht nur darauf, sondern passe Deinen Lebensstil an. Dein Körper möchte Dich mir einer Depression auf etwas hinweisen - beispielsweise eine ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, Schlafmangel, zu viel Stress, oder zu wenig soziale Kontakte.

 

Quellen