Aminosäuren-Therapie: Tyrosin gibt Dir Deine Energie zurück

Fehlt es Dir an wichtigen Aminosäuren, kann in Deinem Körper so einiges schief laufen. Auch zu Deiner Depression kann ein solcher Mangel einiges beitragen.

Wenn Du Dich zum Beispiel immerzu nur müde fühlst und Dich zu nichts mehr aufraffen kannst, könntest Du nicht ausreichend von der Aminosäure Tyrosin in Deinem Körper haben. Auch falls Du nicht mehr dazu fähig bist, Dich zu konzentrieren, könnte dies mit der Aminos2äure im Zusammenhang stehen.

Tyrosin wirkt wie ein Muntermacher. Solltest Du unter den genannten oder anderen Symptomen leiden, von denen ich gleich noch berichte, kann Dir eine zusätzliche Einnahme von Tyrosin vielleicht wieder auf die Sprünge helfen.

Ich möchte Dich aber bitten, nicht ohne Vorkehrungen mit der Einnahme eines Tyrosin-Präparates zu beginnen.

Tyrosin ist natürlich und kommt ebenso in Deinem Körper vor. Trotzdem kann die Wirkung von Tyrosin vielleicht zu stark für Dich sein oder Du nimmst andere Produkte zu Dir, die Wechselwirkungen auslösen könnten.

Lies Dir meinen Artikel deswegen gut durch und informiere Dich außerdem über Tyrosin bei Deinem Arzt. Das solltest Du insbesondere tun, wenn Du bereits Medikamente oder andere Nahrungsergänzungsmittel nimmst.

Warum Aminosäuren bei körperlichen und seelischen Beschwerden?

Bevor ich Dir Details zu Tyrosin erzähle, möchte ich Dir erstmal erklären, warum man überhaupt auf die Idee gekommen ist, Aminosäuren für therapeutische Zwecke zu nutzen.

Bereits seit mehreren Jahrzehnten erforschen Wissenschaftler die Funktionsweise von Aminosäuren. Ein Forschungszweig beschäftigt sich hierbei damit, wie eine Einnahme von bestimmten Aminosäuren helfen kann, psychische oder auch physische Beschwerden zu lindern.

Chemische Antidepressiva setzen beispielsweise häufig bei den Hormonen und Neurotransmittern Serotonin beziehungsweise Noradrenalin an.

Wenn man dem Körper jedoch bestimmte Aminosäuren zuführt, kann dieser die Hormone selbst synthetisieren. Dabei sind Aminosäuren mit viel weniger Nebenwirkungen und gesundheitlichen Risiken verbunden als chemische Psychopharmaka.

Eine der Aminosäuren, die auf die Hormone einwirkt, ist Tyrosin.

Was ist Tyrosin genau?

Tyrosin – auch L-Tyrosin – ist eine nichtessentielle Aminosäure. Der Begriff „nichtessentiell“ meint hierbei keineswegs, dass Du diese Aminosäure nicht dringend benötigst. Vielmehr bedeutet es, dass Dein Körper prinzipiell in der Lage ist, diese Aminosäure selbst herzustellen.

Ein bedeutendes Hindernis für die psychische Wirksamkeit von jeglichen Substanzen im Gehirn ist die Blut-Hirn-Schranke. Obwohl Tyrosin nur schwer wasserlöslich ist, passiert die Aminosäure diese Barriere jedoch recht problemlos.

Die Aminosäure ist in den meisten Proteinen enthalten. Besonders tyrosinhaltig sind zum Beispiel Mandeln, Avocados, Kürbiskerne, Walnüsse, Schweinefleisch, Hühnereier, Milchprodukte oder Lachs.

Zur körpereigenen Produktion von Tyrosin ist die Zufuhr der essentiellen Aminosäure Phenylalanin notwendig. Denn Tyrosin wird auf der Basis von Phenylalanin synthetisiert.

Was bewirkt Tyrosin im Körper?

Tyrosin wird im Körper zur Produktion zahlreicher weiterer Substanzen benötigt. Hierzu gehören insbesondere die so genannten Katecholamine. Katecholamine sind von grundlegender Bedeutung für zahlreiche Funktionen des menschlichen Organismus.<

Zu den bekanntesten und wichtigsten natürlichen Katecholaminen gehören das Dopamin, das Adrenalin und das Noradrenalin.

Als Neurotransmitter übertragen die drei genannten Stoffe Nervenimpulse im zentralen beziehungsweise vegetativen Nervensystem.

Das Stresshormon Adrenalin ist ausschlaggebend für lebenswichtige Reaktionen des Körpers, wie zum Beispiel für die so genannte Flucht- oder Kampf-Reaktion.

Sowohl Noradrenalin als auch Dopamin werden allgemeinsprachlich zu den Glückshormonen gezählt. Um Dir nicht zu detailliert von den komplexen biochemischen Prozessen im menschlichen Körper erzählen zu müssen, stelle ich die Funktionen der Glückshormone etwas vereinfacht dar.

In diesem Sinne kann man sagen, dass Dopamin entscheidend für die Weiterleitung von Emotionen und anderen Empfindungen ist. Es ist ferner für die Durchblutung der Organe verantwortlich und gibt Impulse an die Muskeln weiter.

Das Noradrenalin ist wie auch das eng mit ihm verwandte Adrenalin an der Fluchtreaktion beteiligt. Das Hormon wird in Stresssituationen ausgeschüttet. Es reguliert die Wachheit und Aufmerksamkeit. Folglich spielt es auch für die Leistungsfähigkeit und Motivation eine Rolle.

Nicht ohne Grund setzt eine Vielzahl von Antidepressiva genau bei diesem Stoff an. Zu nennen ist hier die Medikamentengruppe der Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer sowie die Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer.

 

Wie kann ein Tyrosin-Mangel entstehen und was sind seine Folgen?

Tyrosin ist in vielen Lebensmitteln enthalten, vor allem in tierischem Eiweiß. Wie ich Dir bereits weiter oben gesagt habe, kann der Körper Tyrosin in der Regel selbst produzieren. Hierbei ist er jedoch auf eine andere Aminosäure angewiesen: Phenylalanin.

Phenylalanin ist wiederum eine essentielle Aminosäure. Das heißt, dass der Körper sie nicht selbst herstellen kann und der Mensch sie sich über die Nahrung zuführen muss. Besteht also ein Phenylalanin-Mangel, hat dies auch Auswirkungen auf Deinen Tyrosin-Spiegel.

Ein Mangel an Tyrosin kann sich in einer Vielzahl unterschiedlicher Symptome manifestieren.
Typisch sind Apathie, Lustlosigkeit, Müdigkeit, Depressionen oder Stimmungsschwankungen.

Aber auch körperliche Anzeichen wie Leberschäden, Ödeme, Unregelmäßigkeiten bei den Blutzuckerwerten sowie ein Verlust an Muskel- und Fettgewebe können durch fehlendes Tyrosin verursacht werden.

Bei Kindern kann sich ein Mangel außerdem in einem verlangsamten Wachstum äußern.

 

Welche Verbindung besteht zwischen Tyrosin und der Schilddrüse?

Die Schilddrüse bildet aus Tyrosin die Hormone T3 und T4, die als lebenswichtige Regulatoren des Stoffwechsels gelten. Verantwortlich sind diese Hormone im menschlichen Körper für die Anregung sämtlicher Zellen – auch für die Hirnzellen, die für die Produktion der Katecholamine Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin zuständig sind.

Mehrere Untersuchungen belegen, dass Menschen mit einer Schilddrüsenunterfunktion häufig einen niedrigen Tyrosin-Spiegel aufweisen.

 

Wobei hilft die Einnahme von Tyrosin?

Vielversprechend ist Tyrosin vor allem bei Müdigkeit und bei Depressionen. Das liegt daran, dass die Aminosäure eine große Rolle bei der Produktion von Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin spielt.

Da Adrenalin und Noradrenalin aufputschend wirken, helfen diese sowohl bei Müdigkeit als auch bei Antriebsschwäche, von der Patienten mit Depressionen häufig berichten.

Das Dopamin wirkt als so genanntes Glückshormon für die Weiterleitung von Emotionen. Dem depressiven Gefühl von Gleichgültigkeit wird entgegengewirkt.

Auf die Behandlung von (krankhafter) Müdigkeit sowie von Depressionen werde ich weiter unten noch genauer eingehen und an dieser Stelle kurz weitere Behandlungsmöglichkeiten von Tyrosin vorstellen. Denn die Aminosäure ist bereits für zahlreiche Zwecke erprobt worden.

So hat man beispielsweise getestet, inwiefern sich Tyrosin als Appetitzügler eignet. Obgleich die Aminosäure auch diese Funktion erfüllt, ist es nicht besonders empfehlenswert, da erst ab einer Dosis von 20 Gramm und mehr Ergebnisse zu erwarten sind.
Auch zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist Tyrosin bereits eingesetzt worden.

Weiterhin gibt es beispielsweise Forschungen zum Einsatz von Tyrosin bei Alzheimer, Parkinson oder Hypoglykämie (Unterzuckerung).

Ebenfalls ist es vielversprechend bei Stress oder bei einem verringerten Sexualtrieb.

 

Wie kann Tyrosin bei Narkolepsie helfen?

Bei Narkolepsie, umgangssprachlich auch „Schlafkrankheit“ genannt, leiden die Betroffenen unter einer enormen Tagesschläfrigkeit. Diese Schläfrigkeit kann von den Patienten nicht kontrolliert werden, sodass sie praktisch in jeder Situation in den Schlaf fallen können.

Darüber hinaus leiden erkrankte Personen häufig unter einer kurzzeitigen Erschlaffung des Muskeltonus, die durch emotionale Eindrücke ausgelöst wird. Dieses Phänomen wird auch Kataplexie genannt. Untersuchungen ergaben, dass die Betroffenen auffällige Aminosäuren-Spiegel aufweisen. Ein Mangel wurde primär bei Dopamin festgestellt.

In Studien wurde Narkolepsie-Patienten Tyrosin verabreicht. Nach etwa sechs Monaten verbesserten sich zahlreiche Symptome. Bereits nach wenigen Tagen kamen keine Kataplexie-Anfälle mehr vor. Außerdem verminderten sich die Schlafattacken und die nächtliche Schlaflosigkeit der Patienten nahm ab.

Generell geht man davon aus, dass gerade bei leichteren Fällen von Narkolepsie die alleinige Gabe von Tyrosin bereits eine Linderung oder gar ein Verschwinden der Symptome bewirken kann. Bei stärkeren Formen der Narkolepsie wird hingegen empfohlen, parallel zu Tyrosin noch andere Präparate einzunehmen.

 

Inwiefern kann Tyrosin bei allgemeiner Müdigkeit empfohlen werden?

Auf die Frage, ob Tyrosin bei allgemeiner Müdigkeit empfohlen werden kann, muss ich mit „ja“ und mit „nein“ antworten.

Wenn Du Dich in einer kurzfristigen stressigen Situation befindest, die es Dir nicht erlaubt, regelmäßig zu schlafen, kann Tyrosin Dir in dieser Lage über einen kurzen Zeitraum hinweg helfen.

Solltest Du täglich ausreichend schlafen und dennoch unter ständiger andauernder Müdigkeit leiden, ist Tyrosin vermutlich ebenfalls etwas für Dich. Du könntest unter Umständen einen Katecholamin-Mangel haben.

Da dieser Mangel ursächlich mit einem geringen Tyrosin-Spiegel in Verbindung steht, kann die Aminosäure für Dich genau die richtige Lösung sein.

Bei chronischem Schlafmangel würde ich Dir hingegen von Tyrosin abraten. Denn ein chronischer Schlafmangel ist nie gesund. Der menschliche Körper braucht Schlaf, um sich zu regenerieren.

Wahrscheinlich könnte Tyrosin Dir zwar auch in Deiner Situation helfen. Es ist jedoch nicht ratsam, über eine lange Zeit wenig zu schlafen.

Ich empfehle Dir daher, Dich darum zu bemühen, Deine Lebensgewohnheiten zu ändern. Sollte Dir das schwer fallen, kannst Du hierfür auch professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

 

Ist die Einnahme von Tyrosin bei jeder Depression sinnvoll?

Nicht jede Depression gleicht der anderen. Depressionen zeigen sich in unterschiedlichen Formen. Ob Tyrosin für Dich geeignet ist, kannst Du anhand Deiner Symptome entscheiden.

Viele Depressionen bringen Abgeschlagenheit, Apathie, Lethargie und Freudlosigkeit mit sich. Man kann sich zu nichts aufraffen, verbringt den ganzen Tag schlafend oder vor sich hin dösend im Bett.

Selbst die Aktivitäten, die einst so viel Spaß bereitet haben, sind nun völlig uninteressant.

Schafft man es dennoch, sich zu motivieren, fehlt es häufig an der nötigen Konzentration.

Falls Du Dich in der Beschreibung wiedererkennst, dann kann Tyrosin Dir wahrscheinlich helfen. Denn diese Symptome werden nicht selten von einem Katecholamin-Mangel hervorgerufen.

Es kann sein, dass Du nicht genügend Noradrenalin produzierst. Es kann jedoch auch ein anderes Katecholamin der Grund sein.

Denn Depressionen können beispielsweise auch durch einen zu niedrigen Dopamin-Spiegel bedingt sein.

Bei dopaminabhängiger Depression haben Forscher mit einer Tyrosin-Therapie eine langfristige Besserung der Symptome erzielen können.

Auch bei der so genannten Dysthymie kann Tyrosin hilfreich sein. Bei der Dysthymie handelt es sich um eine besonders leichte Form der Depression, die jedoch chronisch ist und nicht selten über mehrere Jahre oder gar Jahrzehnte andauert.

Tyrosin zeigt bei dieser Art von Depression bleibende Erfolge, wenn die Aminosäure dauerhaft eingenommen wird. Insbesondere bei älteren Patienten schlägt die Therapie gut an.

Sollte sich Deine Depression jedoch in anderer Weise bemerkbar machen, steht sie vielleicht nicht mit einem Katecholamin-Mangel im Zusammenhang. In diesem Fall ist ein anderes Nahrungsergänzungsmittel, wie zum Beispiel eine andere Aminosäure, für Dich sinnvoller.

Wie und wo ist Tyrosin erhältlich?

Da es sich bei Tyrosin um ein Nahrungsergänzungsmittel handelt und nicht um ein Arzneimittel, kann die Substanz bei zahlreichen Online-Händlern bestellt werden.

In der Regel werden Kapseln mit 500 mg angeboten. Außerdem wird Tyrosin in Pulver-Form verkauft.

Wähle bitte nur Produkte des Herstellers Deines Vertrauens! Nahrungsergänzungsmittel unterliegen nicht so strengen Kontrollen wie Arzneimittel.

In welchen Fällen sollte die Einnahme von Tyrosin vermieden werden?

Da Tyrosin auch für die Produktion von Schilddrüsenhormonen genutzt wird, sollten Personen mit einer Schilddrüsenüberfunktion oder mit der Basedow’schen Krankheit auf Tyrosin verzichten.

Auch Krebspatienten sollten von einem Gebrauch von Tyrosin absehen, da die Aminosäure bei einigen Krebsarten das Wachstum fördern kann.

Solltest Du an Schizophrenie erkrankt sein oder einen hohen Dopamin-Spiegel haben, ist eine Tyrosin-Einnahme ebenfalls nicht ratsam.

Da es noch nicht ausreichend Studien hierzu gibt, sollte auf die Einnahmen von Tyrosin während der Schwangerschaft und Stillzeit verzichtet werden.

 

Welche Nebenwirkungen kann Tyrosin verursachen?

Tyrosin ist eine Aminosäure, die ebenfalls im menschlichen Körper vorkommt und dort produziert wird. Obschon die Einnahme von Tyrosin im Vergleich zu chemischen Antidepressiva äußerst nebenwirkungsarm ist, können dennoch unerwünschte Effekte auftreten.

Die Aminosäure kann vor allem bei sehr hoher Dosierung zu Schlaflosigkeit, Lichtempfindlichkeit, Kopfschmerzen sowie zu einem erhöhten Blutdruck führen.

Falls Du diese oder andere Nebenwirkungen bei Dir bemerkst, setz Tyrosin vorsichtshalber ab und sprich mit Deinem Arzt oder Therapeuten.

Gibt es Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln?

Wenn Du Medikamente nehmen solltest, ist die Einnahme von Tyrosin unbedingt mit Deinem Arzt oder Therapeuten zu besprechen.

Generell kann Tyrosin Wechselwirkungen mit chemischen Antidepressiva oder anderen Aminosäuren hervorrufen, da diese an der Blut-Hirn-Schranke um die Aufnahme ins Gehirn konkurrieren. In diesen Fällen ist die Einnahme von Tyrosin zu überdenken.

Wenn Du ein Präparat mit der Aminosäure Levodopa einnehmen solltest, musst Du auf Tyrosin verzichten.

Wie sollte Tyrosin eingenommen werden?

Tyrosin solltest Du am besten sofort morgens nach dem Aufstehen auf nüchternen Magen nehmen. Einige Wissenschaftler raten dazu, keinen Kaffee während der Einnahme zu trinken. Auch von anderen aufputschenden Mitteln sollte abgesehen werden.

Anfangs ist eine Dosierung von 500 mg Tyrosin empfehlenswert. Normalerweise solltest Du innerhalb von zehn bis 15 Minuten eine Wirkung verspüren.

Falls Du aber selbst nach 30 Minuten nichts merken solltest, kannst Du nochmal 500 mg einnehmen. Wenn nach weiteren 30 Minuten dann immer noch keine Wirkung eintritt, kannst Du eine dritte 500-Milligramm-Dosis einnehmen.

Du solltest Tyrosin etwa zwei bis drei Mal täglich einnehmen. Die letzte Dosis sollte gegen 15 Uhr eingenommen werden. Der Wirkstoff könnte Dich sonst, ähnlich wie auch Koffein, um den Schlaf bringen.

Vermutlich wirst Du Deine Dosis mit der Zeit langsam heruntersetzen können. Wenn Dein Tyrosin-Mangel oder der Grund für den Mangel behoben sind, benötigst Du geringere Mengen der Aminosäure.

Wenn Du mit der Wirkung von Tyrosin generell unzufrieden bist, solltest Du Dich über mögliche Nebenwirkungen von Aminosäuren informieren. Kläre in diesem Fall auch ab, ob Du eine Schilddrüsenfunktionsstörung haben könntest.

Ist ein Problem mit der Schilddrüse ausgeschlossen, kannst Du versuchen, Phenylalanin zu nehmen. Eine Dosis von 500 mg täglich sollte genügen.

Du solltest dann übrigens ausschließlich Phenylalanin zu Dir nehmen und die Substanz nicht mit Tyrosin kombinieren, da es sonst zu Aufnahme-Schwierigkeiten kommen kann. Das liegt daran, dass Phenylalanin und Tyrosin an der Blut-Hirn-Schranke miteinander um die Aufnahme konkurrieren.

Informiere Dich vorher über Phenylalanin. Es ist zwar gut verträglich, aber kann, wie die meisten Aminosäuren, auch unerwünschte Wirkungen hervorrufen.

Das Wichtigste für Dich noch einmal zusammengefasst:

  • Aminosäuren sind bei psychischen Erkrankungen oft eine Alternative zu chemischen Anti-Depressiva.
  • Tyrosin ist eine Aminosäure, die für die Produktion von den Katecholaminen Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin zuständig ist.
  • Die Katecholamine sorgen für Aufmerksamkeit und Wachheit sowie für die Weiterleitung von Emotionen.
  • Eine Einnahme von Tyrosin kann bei leichten chronischen Depressionen und bei Depressionen, die mit Apathie und Lustlosigkeit einhergehen, langfristig erfolgreich sein.
  • Auch bei Müdigkeit und sogar bei Narkolepsie kann Tyrosin die Therapie unterstützen.
  • Tyrosin hat als körpereigene Aminosäure weniger Neben- und Wechselwirkungen als chemische Psychopharmaka.
  • Du solltest vor der Einnahme unbedingt mit Deinem Arzt und Therapeuten über die Tyrosin-Therapie sprechen.

Quellen und weiterführende Literatur: